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800 Jahre heilige Elisabeth

Eine faszinierende Adelige im Dienst der Kranken

Sie hätte ein bequemes und luxuriöses Leben am kaiserlichen Hofe führen können, stattdessen kümmerte sie sich mit aller Hingabe um Kinder, Kranke und Notleidende: Die heilige Elisabeth von Thüringen. Am 07. Juli 2007 jährt sich zum 800. mal der Geburtstag dieser faszinierenden Frau, deren Ideen immer noch aktuell und überzeugend sind. Auch heute ist Elisabeth für viele engagierte Menschen mehr als nur ein Name aus den Geschichtsbüchern. Deshalb finden in diesem Sommer viele Veranstaltungen und Aktionen statt, die an das Leben und Wirken der Heiligen erinnern.

Elisabeth wurde als Tochter des Ungarnkönigs Andreas II. und dessen Gemahlin Gertrud von Andechs in Ungarn geboren. Bereits im Alter von vier Jahren verlobte man sie mit dem elfjährigen Sohn Ludwig des Landgrafen von Thüringen. Böse Zungen behaupteten in den folgenden Jahren, das tiefinnerlich veranlagte Kind eigne sich vielleicht zu einer Dienstmagd oder Nonne, jedoch nicht zu einer deutschen Fürstin. Denn schon in ihrer frühen Kindheit soll Elisabeth erkannt haben, dass der Gegensatz zwischen Reichtum und Elend den Geboten Gottes widersprechen müsse. Die zukünftige Landesherrin trug deshalb möglichst bescheidene Kleidung. Nach der Vermählung mit Ludwig – Elisabeth war zu diesem Zeitpunkt 15 Jahre alt und Ludwig bereits Landgraf – fand auch das verschwenderische Treiben auf der gräflichen Burg ein Ende. Ludwig erlaubte seiner frommen Gattin, weiterhin Armen, Aussätzigen, Kindern und Kranken beizustehen. Während der Hungersnot des Jahres 1225 musste er Elisabeth jedoch Einhalt gebieten: Sie verteilte so viel von den Vorräten der eigenen Kornkammern an die Armen, dass die Versorgung der Burg ernstlich gefährdet wurde. Bekannt ist in diesem Zusammenhang das so genannte Rosenwunder. Als Ludwig eines Tages seine Frau mit einem Deckelkorb voll Brot die Burg herab steigen sah, soll er gegen Elisabeths angebliche Verschwendung aufgehetzt gefragt haben, was sie dort trage. Als er den Korb aufdeckte, sah er jedoch nichts weiter als – Rosen. Beim Kreuzzug Friedrichs II. 1227 starb Ludwig, und Elisabeth wurde die Tür gewiesen. Keines ihrer vier Kinder war für die Regentschaft alt genug und so wurde Ludwigs jüngerer Bruder zum neuen Landgrafen berufen.

Hingebungsvolle Krankenpflege

Am Karfreitag 1228 entsagte Elisabeth in der Franziskanerkirche zu Eisenach allem weltlichen Besitz. Sie kam zu ihrem Onkel, dem Bischof Ekbert von Bamberg. Den daraufhin einsetzenden Werbungen Kaiser Friedrichs widerstand sie, schließlich hatte sie ein Gelübde abgelegt und sich für die Nachfolge Christi entschieden. Durch die Bemühungen ihres Beichtvaters Konrad von Marburg erhielt sie einen Teil ihres Witwenvermögens zurück, das Elisabeth 1229 für die Gründung eines Spitals in Marburg investierte, in dem sie selbst bis zu ihrem Tod zwei Jahre später – sie war erst 24 – hingebungsvoll Kranke pflegte. Schon vier Jahre danach wurde Elisabeth heilig gesprochen. Die Faszination der Menschen an der engagierten Frau war so groß, dass sie im Mittelalter nahezu als „Nationalheilige“ Deutschlands verehrt wurde. Angesichts ihres Lebens im Dienste von Bedürftigen ist es nicht verwunderlich, dass auch in den folgenden Jahrhunderten Ordensgemeinschaften Nächstenliebe in und mit ihrem Namen lebten und leben. So beispielsweise auch die Gemeinschaft „Barmherzige Schwestern von der heiligen Elisabeth zu Essen“, die 1843 das erste Krankenhaus der Stadt Essen gründeten, das heutige Elisabeth- Krankenhaus. „So lebt die heilige Elisabeth weiter fort: In Einrichtungen, in Gemeinschaften und in sozialen Institutionen. Kurz: Überall dort, wo im Dienst am kranken Menschen gehandelt wird“, so Krankenhausdirektor Johannes Hartmann. "Die heilige Elisabeth ist Patronin und Vorbild; ihre Grundsätze prägen auch heute noch die Leitkultur unseres Hauses." Und Joachim Wanke, Bischof von Erfurt, betont, dass wir noch immer mit einer Vielzahl von Nöten konfrontiert sind, denen wirksam zu begegnen ganz im Sinne Elisabeths wäre.

Anlässlich des 800. Geburtstag der heiligen Elisabeth finden in ganz Deutschland Veranstaltungen statt

  • In der hessischen Universitätsstadt Marburg ist bis zum 25. November 2007 die Ausstellung „Elisabeth in Marburg und der Dienst am Kranken“ im Landgrafenschloss zu sehen.
  • Am 07. Juli 2007 findet im Landestheater Eisenach die Uraufführung des Musicals „Elisabeth – Der verhängnisvolle Traum von Liebe“ statt, das dort bis zum 09. September 2007 zu sehen sein wird.
  • Die heilige Elisabeth steht auch im Mittelpunkt des Kirchenprojekts, mit dem sich die katholische und die evangelische Kirche gemeinsam auf der Bundesgartenschau (BUGA) präsentieren. Die BUGA findet noch bis 14. Oktober 2007 in Gera und Ronneburg statt.
  • In Essen wird zum Geburtstag der heiligen Elisabeth am 07. Juli 2007 auf dem Gelände des Mutterhauses der „Barmherzigen Schwestern von der heiligen Elisabeth zu Essen“ ein großes mittelalterliches Volksfest gefeiert – mit Ritterturnieren, Gauklern, Feuerschluckern und was sonst noch alles dazu gehört. Außerdem stellen dort engagierte Ehrenamtliche und Hilfsorganisationen aus dem Ruhrgebiet ihre Arbeit vor und dokumentieren, wie man sich auch in der heutigen Zeit dafür einsetzen kann, Not zu lindern.

Quelle: Elisabeth Krankenhaus Essen

 

 

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