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Rheuma ist, was DU draus machst

Auf-Leben statt Auf-Geben

Es kommt schleichend. Praktisch aus dem Nichts. Am Anfang war es kaum mehr als ein leichtes Ziehen in den Gelenken… hin und wieder. Nicht der Rede wert. Und schon gar kein Grund, gleich zu einem Arzt zu gehen... doch es wird immer schlimmer. Jede noch so leichte Bewegung ist plötzlich mit unerträglichen Schmerzen verbunden, geschwollene Gelenke bis hin zu einer fast völligen Bewegungsunfähigkeit. Dann die Diagnose: Rheumatoide Arthritis! Medikamente bis an mein Lebensende  – und trotzdem unheilbar! Endstation Pflegefall?

Endstation Rheuma?

Ich bin gerade mal 38 Jahre, alt als mich diese Krankheit trifft wie ein Blitz aus heiterem Himmel und war bis dato – von gelegentlichen Erkältungen etc. mal abgesehen – immer kerngesund. Ich stehe mitten im Leben als selbständige Geschäftsfrau und Sängerin einer Coverband, ich treibe Sport, rauche nicht, ernähre mich halbwegs gesund und bin ein in jeder Hinsicht aktiver Mensch. Doch dann ist mit einem Male fast alles vorbei! Ich komme mir vor, als hätte man mich von dem Karussell meines bunten Lebens heruntergestoßen und in eine Art Zwangsjacke gesteckt! Nichts geht mehr und vieles, was bis dahin selbstverständlich war, rückt plötzlich in eine unerreichbare Ferne. Diese fürchterlichen und permanenten Schmerzen rauben mir nicht nur den Schlaf, sondern nach kürzester Zeit auch jegliche Energie und Lebenskraft. Meine Seelenhaut wird immer dünner und empfindlicher. Und die einzige Aussage, die ich erhalte, ist die, dass man diesen Zustand im besten Falle lindern aber niemals mehr heilen kann! Kein Wunder, dass man als Rheumapatient erst einmal in ein sehr tiefes und sehr dunkles Loch fällt, aus dem herauszuklettern alles andere als einfach ist.

Innere Bestandsaufnahme

Durch die äußerliche Starre, die mir das Rheuma auferlegt, bin ich zur Ruhe gezwungen und habe nun sehr viel Zeit, über mich und das Leben, das ich führe, nachzudenken. Und mir wird bewusst, dass ich gar nicht so glücklich und zufrieden bin, wie ich bis dato immer gedacht hatte. Eine Erkenntnis, die meinen allgemeinen und mentalen Zustand im besonderen zunächst nicht gerade verbessert. Auch wenn es mir sehr schwer fällt – ich muss mir eingestehen, dass ich mir seit einigen Jahren im Grunde selbst etwas vormache und es scheint, als würde ich nun den Preis dafür bezahlen. Doch gerade, als ich an den tiefsten Punkt in meinem bisherigen Leben gelange und nur noch aufgeben will, regt sich so ein klitzekleines Fünkchen in mir und eine innere Stimme, die mir sagt: „Nein, Du gibst jetzt nicht auf. Es gibt auch noch einen anderen Weg“.   

Unheilbar oder (noch) undenkbar?

Und diesen, anderen Weg zu finden war in den folgenden Monaten und Jahren mein Ziel – und ist es immer noch. Je mehr ich mich mit alternativen Heil- und Behandlungsmethoden beschäftigte, desto mehr gelangte ich zu der Erkenntnis, dass der erste und alles entscheidende Schritt in meinem Bewusstsein stattzufinden hatte. Waren meine Gedanken bis dahin ständig um das Thema Krankheit mit all seinen negativen Aspekten gekreist, wurde mir plötzlich klar, dass ich mir selbst erst einmal „erlauben“ musste, überhaupt wieder an Gesundheit und Heilung zu glauben, denn mit der Diagnose „unheilbar“ bekommt man praktisch wie mit einem glühenden Brandeisen einen Stempel verpasst, der sich in das Bewusstsein brennt und der zunächst unauslöschlich und allgegenwärtig zu sein scheint. Wie soll man danach überhaupt fähig sein, an seine Gesundheit zu denken oder gar zu glauben? Sehr viel positiver und den Heilungsprozess unterstützender wären hier in der Tat Aussagen wie „Im Moment gibt es noch keine andere Möglichkeit“ oder „Ich kann derzeit nicht mehr für Sie tun, was nicht heißen soll, dass Ihnen jemand anderes oder eine andere Heilmethode oder Therapie vielleicht doch weiterhelfen kann“. Unheilbar heißt doch nur, dass es zur Zeit und aus medizinischer Sicht noch keine Mittel und Wege zur Heilung gibt. Dies kann aber morgen schon ganz anders sein! Warum in aller Welt sollte ich dann also – und in Anbetracht der heutigen sich ständig weiter entwickelnden medizinischen Forschungen und auch alternativen Heilmethoden – glauben, dass eine Krankheit wie Rheuma für immer unheilbar sein wird? Genau so gut kann ich doch auch an Gesundheit und Heilung glauben, denn es sind gerade diese Gedanken, die einem nach meiner Erfahrung unglaublich helfen, damit Therapien – gleich welcher Art – den gewünschten Erfolg haben. Nur ich selbst kann für mich entscheiden, ob ich die Diagnose unheilbar als gegeben hinnehme und mich damit aufgebe oder ob ich mir erlaube – trotz meiner Erkrankung – mein Bewusstsein wieder auf Gesundheit und Heilung zu konzentrieren.

Die Verantwortung selbst übernehmen

Mir wurde allmählich auch klar, dass ich mich von nun an nicht einfach nur ins Wartezimmer setzen und darauf warten durfte, dass mich ein Arzt, Physiotherapeut oder wer auch immer wieder gesund macht! Natürlich ist das der einfachste Weg. Aber damit gibt man auch seine ganze Verantwortung ab. Wie soll uns aber ein anderer überhaupt helfen und wie sollen Medikamente ihre bestmögliche Wirkung entfalten können, wenn wir selbst in keiner Weise bereit sind, selbst etwas für uns zu tun oder etwas nicht mehr zu tun und darüber hinaus insgeheim noch die Überzeugung hegen, dass uns sowieso niemand helfen kann und das alles sinnlos ist? Dieses Prinzip kann – wenn überhaupt – ja nur mehr schlecht als recht funktionieren. 

Dabei gibt es so viele Möglichkeiten, wie man auf der mentalen Ebene das Leben mit Rheuma für sich selbst besser und erträglicher machen kann. Und jeder, wirklich jeder Mensch hat die Kraft, sein Bewusstsein wieder auf Gesundheit und Heilung umzustellen. Gedanken und Gefühle sind unsere stärksten Energien. Mit ihnen erschaffen wir unsere eigene Welt. Denn wir alleine entscheiden, welche Gedanken und welchen inneren Glauben wir hegen und pflegen. Der Geist beherrscht bekanntermaßen die Materie und genau das ist der Punkt, an wir ansetzen können, um unseren eigenen Selbstheilungsprozess liebevoll und eigenverantwortlich zu unterstützen. 

Unterdrückte Gefühle können sich im Körper ent-zünden

Ein Allgemeinrezept, das für jeden Rheuma-Patienten gleichermaßen gut wäre, gibt es nicht, denn Rheuma ist so unterschiedlich, wie der Mensch, der davon betroffen ist. Untersuchungen und Studien haben interessanter Weise ergeben, dass Rheumatiker aber bestimmte Eigenschaften gemeinsam haben, z. B. einen oft übertriebenen Ehrgeiz und Hang zum Perfektionismus. Auch eine sehr große Bereitschaft, sich für andere aufzuopfern ist auffällig. Heftige Wutausbrüche wird man bei Rheumapatienten dagegen eher nicht so oft erleben, denn genau diese Wut ist es, die aus Angst vor einem möglichen Liebesentzug gerne unterdrückt wird. So wird sie oft jahrzehnte lang im Körper angestaut, bis sie sich dann irgendwann in den Gelenken „ent – zündet“. Denn der Rheumatiker stellt im allgemeinen seine eigenen Bedürfnisse lieber zurück, als jemand anderen zu verletzten oder etwas abzulehnen. Wen wundert es da noch, dass weit mehr Frauen als Männer von Rheuma betroffen sind?

Rheuma – Aufschrei der Seele

Neigen wir Frauen – schon aufgrund ihrer Erziehung – doch im Regelfall viel mehr dazu, Dinge hinzunehmen, einfach herunterzuschlucken und in sich hineinzufressen bis sich alles im Körper zu einem brodelnden Gemisch aufstaut, das uns irgendwann regelrecht von innen aufzufressen droht. Wir sind im wahrsten Sinne des Wortes „sauer“! Ein hoher Preis, den man als Rheumatiker dafür zahlt, „Everybodys Darling“ zu sein. Die Schmerzen des Körpers sind in Wahrheit nichts anderes als die Schmerzen der verwundeten Seele, die schreit: „Halt! So kann es nicht weitergehen!“

Rheuma ... ein Weg zu sich selbst

Rheuma ist meiner Ansicht nach weder Schicksalsschlag noch Strafe, sondern eine Aufgabe, die wir zu meistern haben und für die jeder von uns auch die nötige Kraft hat. Rheuma ist die Botschaft an uns, dass wir wieder liebevoll und achtsam mit uns selbst umgehen, uns um unsere eigenen Bedürfnisse kümmern, dass wir erneut lernen, in uns hineinzuhorchen und unsere Sehnsüchte und Wünsche wahrnehmen und auch leben. Rheuma kann uns dabei helfen, uns wieder zu dem Kern unseres Wesens, zu dem was wir wirklich sind, was unsere eigene, ganz individuelle Persönlichkeit ausmacht, zurückzuführen, wenn wir bereit sind, uns auf diese Reise einzulassen.

Das Rheuma hat mich auch gelehrt, mein Leben wieder als Geschenk zu betrachten. Und ich bin sehr dankbar dafür, dass ich trotz meiner Erkrankung wieder ein normales Leben führen und all die Dinge, die mir wichtig sind, ohne Einschränkung tun kann und dass ich – bis auf immer seltener werdende Ausnahmen – fast schmerzfrei bin und dabei auf Medikamente gänzlich verzichten kann. Im Laufe der letzten Jahre habe ich sehr viele alternative Heilmethoden und homöopathische Mittel kennen gelernt und ausprobiert und mein Leben hat sich in einigen Bereichen verändert. Ich könnte heute  deshalb nicht genau sagen, was mir nun am besten von allem geholfen hat. Das ist meiner Meinung nach aber auch gar nicht wichtig, denn ich denke, es ist die Mischung von allem, die meinen Heilungsprozess unterstützt und beschleunigt hat, vor allen Dingen aber ein gesundes „Bewusstsein“ und einen unerschütterlichen Glauben an die eigene innere Fähigkeit zur Selbstheilung.

Tina Denk-Dominik

Tina Denk-Dominik

Rheuma ist, was DU draus machst
Nutze die Chance auf ein neues Leben

Geb. Ausgabe, 128 Seiten, AMRA Verlag, ISBN 978-3939373551, € 14,95

Tina Denk-Dominik beschäftigt sich mit den psychischen Hintergründen rheumatischer Erkrankungen, wobei sie die Schaffung eines »gesunden Bewusstseins« für den allerersten und wichtigsten Schritt überhaupt hält. Mit dieser Einstellung gelang es ihr, für sich eine individuelle Therapie zur Aktivierung der Selbstheilungskräfte zu gestalten, die ihr wieder ein ganz normales Leben fast gänzlich ohne Medikamente ermöglicht. Ihr Ziel ist es nun, auch anderen Rheumapatienten dabei zu helfen, besser mit dieser Krankheit umgehen zu können und den eigenen Heilungsprozess zu aktivieren.

Nähere Infos unter

www.heile-rheuma-heile.de

 

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