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Sommerzeit – Zeckenzeit

Wie Sie Ihre Tiere vor Bissen und Infektionen schützen können

Kaum locken uns die ersten Sonnenstrahlen in die Gärten, Parks und Wälder, entdecken wir die kleinen Plagegeister im Fell und auf der Haut unserer vierbeinigen Freunde. Die weitläufige Meinung über Zecken ist die, dass sich die Schöpfung bei diesen Tieren wohl geirrt haben muss. Es seien lediglich blutsaugende Schmarotzer, die gefährliche Krankheiten übertragen und offensichtlich keinen Nutzen haben. Und was keinen Nutzen zu haben scheint, muss bekämpft werden.

So herrscht nun regelrecht Krieg gegen die kleinen Lebewesen. Da wird gepudert, gespritzt und getropft, was das Zeug hält. Eine breite Palette von „Kampfmitteln“ in Form von chemischen Nackentropfen, Tabletten und Impfungen stehen zur Verfügung. Möglichst regelmäßig sollen sie verabreicht werden, damit‘s auch effektiv ist. Strategische Kriegsführung mit chemischen und biologischen Waffen – und das alles legal! Und im wahrsten Sinne des Wortes auf dem Rücken unserer Tiere.

Was steckt in Spot On Präparaten?

Wussten Sie, dass die chemischen Spot On Präparate oft Nervengifte, Pestizide und Insektizide enthalten? Hochgradige Giftstoffe, die verhindern sollen, dass sich unser Haustier mit einem Bakterium infiziert, das gefährliche Krankheiten verursachen und z.B. schwere Organschädigungen hervorrufen kann, aber nicht muss.

Und was ist mit dem Gift? Als harmlos angepriesen, handelt es sich hier um hochtoxische Substanzen, die u.a. beim Militär eingesetzt werden und bei Kontakt zu schweren Hautschädigungen, Epilepsie, Organschädigungen vor allem von Leber und Nieren bis hin zum Tod führen können! Es sollte nachdenklich stimmen, dass man Kinder für längere Zeit von Hund/Katze fernhalten muss, wenn Spot On Präparate aufgetragen oder Floh- und Zeckenhalsbänder angelegt wurden. Auch der Mensch soll sich durch Gummihandschuhe schützen. Vielleicht, um diese Warnhinweise umgehen zu können, gibt es nun Mittel, die über den Darm wirken oder direkt gespritzt werden. Doch sind sie deshalb weniger giftig?

Über Jahrhunderte hinweg kamen Hund und Katz auch ohne solch chemischen „Keulen“ aus und wie es scheint, hat ihr Einsatz auch nicht zum erhoffen Erfolg geführt. – Was können wir also tun, um uns und unsere Tiere sanft und effektiv vor Krankheiten, die durch Zecken übertragen werden können, zu schützen? Wie auch in der modernen Kriegsführung führt ein sinnloser Einsatz mit gefährlichen Waffen (Giften) nicht zum gewünschten Ziel. Wichtig ist es, seinen „Gegner“ kennen zu lernen. Dazu muss ich andere Fragen stellen, denn es muss doch entscheidende Gründe haben, warum ein Tier stärker von Zecken befallen ist als das andere…

Hintergrundwissen

Zecken gehören zu den Spinnentieren und dort zu der Gattung der Milben. Es gibt laut Wikipedia ca. 800 verschiedene Zeckenarten. Eine davon ist der gemeine Holzbock (Ixodes ricinus), der in unseren Breitengraden am häufigsten vorkommt und auch den Menschen als Wirt benutzt.

Es gibt 3 Entwicklungsstadien. Als Larve ist die Zecke nur etwa 1 mm groß und fast durchsichtig. Sie sucht sich für ihre Blutmahlzeit, die 4-5 Tage dauert, meist kleine Nagetiere. Als Nymphe wird das Zwischenstadium bezeichnet. Sie ist nun deutlich größer und nach einer weiteren Blutmahlzeit entwickelt sie sich direkt zum erwachsenen Tier. Während die Männchen nur als Larve und Nymphe Blutmahlzeiten benötigen, brauchen erwachsene Weibchen Blut zur Eientwicklung.

Zecken benötigen einen feuchtwarmen Lebensraum. Ab Temperaturen von 11 Grad Celsius werden sie aktiv. Sie überwintern in tieferen Erdschichten. Auf Grashalmen oder kleinen Büschen lauern sie ihren (Gast-)Wirten auf. Durch ein spezielles Organ in den vorderen Beinpaaren erkennen sie an den Ausdünstungen, dass sich ein geeignetes Objekt nähert. Manche Arten lassen sich einfach mitnehmen, andere werden selber aktiv und suchen ihren Wirt. Um die Haut durchstechen zu können, muss sie entsprechend dünn sein. An ihren Mundwerkzeugen sind scharfe Zähne, die die Haut und kleine Blutgefäße einritzen. Mit einem Saugrüssel fördern sie das Blut ihres Wirtes in den Darm.

Der Speichel einer Zecke hat interessante Inhaltsstoffe. Zum einen enthält er einen Gerinnungshemmer, damit der Saugvorgang problemlos durchgeführt werden kann. Weiterhin enthält er ein Betäubungsmittel, damit der Wirt den Stich nicht bemerkt. Ein Entzündungshemmer sorgt dafür, dass sich die Wunde während des langen Saugvorganges über mehrere Tage nicht entzündet. Nach der Aufnahme der erforderlichen Blutmenge lässt sich die Zecke voll gesogen einfach fallen. Im Anschluss an die Paarung legt das Zeckenweibchen bis zu 5.000 Eier.

Welche Aufgaben haben Zecken?

Zecken haben, wie andere Kleinstlebewesen auch, die Aufgabe „krankes Material“ in (für die Umwelt brauchbares) „organisches Material“ umzuwandeln. Jeder Fäulnisprozess in der Natur hat die gleiche Aufgabe, wie z.B. auch der Kompost.

Ist ein Organismus nicht mehr in der Lage, ins Gleichgewicht zu kommen und sich gegen Viren und Bakterien zu wehren, können die anschließenden Erkrankungen dazu führen, dass der Organismus stirbt und von anderen Lebewesen (Mikroorganismen) in organisches Material umgewandelt wird.

Einzelne Zecken sorgen dafür, dass sich das Blut im Körper eines befallenen Lebewesens erneuert. Es ist eine Symbiose zwischen Wirt und Gast. Die Zecke lebt vom Blut des Wirtes, ohne das sie sich nicht fortpflanzen kann. Warum sollte sie dem Wirt also schaden?

Die krank machenden Erreger (Borrelien, Babesien, Rickettsien, Ehrlichiose usw.) befinden sich im Darm der Zecke. Daher kommt es bei „normalem“ Kontakt zu keiner Übertragung. Die Zecke beißt sich fest, saugt das Blut und lässt sich fallen. Wird die Zecke in diesem Akt gestört, weil versucht wird, sie unsachgemäß herauszuziehen oder gar mittels Öl, Haarspray oder Ähnliches zu ersticken, kann es durch Druck auf den Darm zu einer Übertragung der Erreger kommen.

Die Vielfalt von Symptomen, die Borrelien und Co. hervorrufen können ist groß. Angefangen von arthritischen Beschwerden, Lähmungen, Nervenschädigungen, Organschädigungen bis hin zur Epilepsie. Vermutlich gibt es in Deutschland viele Tiere, bei denen eine Arthrose o.ä. diagnostiziert wurde, im Grunde jedoch eine Borrelieninfektion zugrunde liegt. Kann eine Zeckenimpfung hier Abhilfe schaffen?

Was bewirkt die empfohlene Zeckenimpfung?

Der Impfstoff besteht lediglich aus abgetöteten FSME-(Frühsommer-Meningoenzephalitis) Erregern. Das sind Viren, die eine schwere Hirnhautentzündung hervorrufen können. Nachweislich ist die Ansteckungsgefahr durch Zecken in südlichen Gebieten Deutschlands höher als in nördlichen. Aber selbst in so genannten Risikogebieten beträgt die Ansteckungsrate ca. 1-3%. Zudem ist diese Impfung gegen Bakterien wie Borrelien, Babesien und andere Bakterien wirkungslos. Hier liegt die Ansteckungsrate bei ca. 10% und mehr.

Generell ist die Zeckenimpfung umstritten, da es sich bei dem Impfstoff um abgetötete Viren handelt. Er benötigt deshalb so genannte Wirkbeschleuniger wie Quecksilberverbin-
dungen (Thiomersal) und Aluminiumhydroxyd, die jedoch neurotoxisch (Neurotoxin = Nervengift) wirken und im Verdacht stehen, Krebs zu erzeugen. Die Gefahr eines Impfschadens ist meines Erachtens höher als die Gefahr, an FSME zu erkranken. Warum sollte das bei Tieren anders sein?

Wie kann ich mein Tier vor Zeckenstichen und Infektionen schützen?

Wohl kein Hund und keine Katze wurden im Laufe ihres Lebens noch nie von einer Zecke gestochen. Und das, obwohl sie (und auch der Mensch) eigentlich gar keine idealen Wirte sind. Erst durch „falsche“ Ausdünstungen über die Haut werden die Zecken fehlgeleitet. Daher ist der beste Schutz, das Immunsystem der Tiere zu stärken und die Ausdünstungen dadurch so zu verändern, dass die Zecke gar nicht erst sticht. Das kann durch eine gesunde, artgerechte Ernährung erreicht werden, Vermeidung von unnötigem Stress, Reduzierung oder im besten Fall Vermeidung von chemischen Belastungen durch z.B. Impfungen, Medikamente, (Wurmkuren) ect. sowie ausreichende Bewegung an der frischen Luft.

Natürliche Ernährung

Mit gesunder, artgerechter Ernährung ist hier vor allem die Rohfütterung gemeint. Wenn Fleischfresser Fleisch zu fressen bekommen, bleibt ihr natürlicher pH-Wert im sauren Milieu. Das Fleisch im handelsüblichen Dosenfutter ist jedoch denaturiert und zudem mit Getreide versetzt. Trockenfutter weist oft sogar einen Getreideanteil von 80 % und mehr auf. Schauen Sie doch mal auf die Deklaration „Ihres“ Futters. Auch bei vermeintlich guten und teuren Sorten wird oft an erster Stelle Getreide genannt. Bekommt der Organismus des Tieres dadurch Kohlenhydrate im Übermaß, steigt der pH-Wert ins Alkalische und es entstehen u.a. Fäulnisprozesse, die zu Ausscheidungen über die Haut führen, welche Zecken anzieht. Zusätzlich zur Rohfütterung kann die Gabe von Bierhefetabletten (in Drogerien erhältlich, enthält viele B-Vitamine), Knoblauch in kleinen Mengen und natürlichen Kräuterzugaben dazu beitragen, das Hautmilieu positiv zu beeinflussen.

Was ist zu tun, wenn ich eine Zecke in der Haut des Tieres finde?

Die Gefahr, dass sich ein Tier mit gefährlichen Erregern infiziert, steigt, wenn versucht wird, die Zecke mit Gewalt aus der Haut zu ziehen. Ein Druck auf deren Darm ist daher zu vermeiden. Ebenso sollte auf das Beträufeln mit irgendwelchen Flüssigkeiten verzichtet werden. Entweder man wartet, bis die Zecke von alleine abfällt oder entfernt sie vorsichtig mittels eines Zeckenhebels durch leichtes Drehen. Anschließend sollte die Wunde mit Calendula Urtinktur, Aloe Vera Gel oder verdünntem ätherischen Lavendelöl desinfiziert werden. Von Teebaumöl rate ich ab, da es bei Katzen zu ernsthaften Vergiftungen kommen kann. Ledum C 30 schützt vor einer möglichen Infektion und sollte an 3 aufeinander folgenden Tagen gegeben werden.

Hat sich ein Tier bereits z.B. mit Borrelien infiziert und treten entsprechende Symptome auf, verspricht auch hier eine Unterstützung des Immunsystems den größten Erfolg.

Spezielle Borrelien-Nosoden (homöopathische Arzneien) sowie eine konstitutionelle Behandlung sind empfehlenswert. Zudem sind Borrelien und andere Bakterien hitzeempfindlich. Es ist zu beobachten, dass sich infizierte Tiere vermehrt intensiver Sonnenbestrahlung aussetzen.

Ist das Immunsystem des Wirtes (Hund, Katze ect.) intakt, wird es zu keiner Ausbreitung der Bakterien und somit zu krankhaften Symptomen kommen. Wichtig ist also, das Immunsystem zu stärken und für ein gesundes Darmmilieu zu sorgen. Beim Menschen führen Ausdünstungen auf der Haut aufgrund eines übersäuerten Stoffwechsels zu einem vermehrten Zeckenbefall. Bei Hund oder Katze sind es ebenfalls Ausdünstungen eines fehlgesteuerten Stoffwechsels, die zu übermäßigem Befall führen. Deshalb sollte meiner Meinung nach dort der Hebel angesetzt werden, um sich selbst und seine Tiere vor Zecken zu schützen, denn ein gesundes Immunsystem kommt mit fast allen Erregern zurecht.


Stephanie Rosen, Tierheilpraktikerin
Heinsberg, Tel. 0 24 52 - 9 57 35 15
www.meine-heile-welt.de

 

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