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Bienen – unerlässlich für ein intaktes Öko-System

So laden Sie die fleißigen Helfer in Ihren Garten ein

In den letzten Jahren häufen sich Meldungen von Krankheiten, die Honigbienen-Völker bedrohen. Neben Honigbienen gibt es aber auch Wildbienen und Hummeln, die unsere Pflanzen bestäuben. Diese finden oft allerdings keine geeigneten Lebensräume mehr.

Ein Mangel an Bienen hätte gravierende Folgen für das gesamte Ökosystem: Ohne Bienen würden viele Pflanzen nicht befruchtet – ohne Befruchtung keine Früchte. Diese würden nicht nur uns fehlen, sondern auch der Tierwelt. Deshalb ist es eine gute Idee, Bienen in unseren Gärten zu fördern.

Nistplätze für Wildbienen (siehe Abb.) kann man aus Bambusstangen und Holzbrettchen ganz einfach selbst bauen. Achten Sie darauf, dass das Häuschen hinten geschlossen ist und das Dach an allein Seiten ca. 1 cm übersteht. Zur Sicherheit empfiehlt es sich, das ganze Bauwerk noch mehrmals mit Draht zu umwickeln, daraus kann man dann eine Öse zum Aufhängen biegen. Befestigen Sie das Insektenhotel an einem sonnigen, nach Süden oder Südwesten ausgerichteten Platz, mindestens 30 cm über dem Boden. Zusätzlich sollte es vor Wind und Regen geschützt sein. Richten Sie es vorsichtshalber leicht nach vorne aus, damit eventuell doch eindringendes Regenwasser gleich ablaufen kann.

Nun gilt es noch, Futterplätze bereitzustellen. Dies funktioniert auch für »Stadtbienen«, denn viele der vorgestellten Pflanzen wachsen auch in Kästen und Kübeln.

Die aufgelisteten Pflanzen sind, je nach Nutzung, in verschiedene Gruppen eingeteilt. Man sollte darauf achten, dass Bienen und Hummeln über das ganze Gartenjahr genügend Nahrung finden – besonders im Spätsommer, um gut durch den Winter zu kommen. Daher ist der Blütezeit-Monat hinter der jeweiligen Pflanze vermerkt.

Für die Mischkultur

In der Nähe von Beerensträuchern, Haselnüssen und Obstbäumen, die bereits früh im Jahr blühen:

• Frühlingsblüher wie Krokus, Scilla,
Traubenhyazinthe, Vergissmeinnicht (3–4)

• Frühblühende Stauden wie z. B.
Christrose, kriechender Günsel,
Maiglöckchen (4–5)


Mit Fruchtgemüse im Hochsommer:

• Bienenfreund (6–9)

• Borretsch (6–8)

• Ringelblumen (7–8)

• Tagetes, ungefüllte Sorten (6–9)

• Andere niedrige Sommerblüher mit ungefüllten Blüten

Im Kräuterbeet

Diese Stauden sitzen über mehrere Jahre am selben Platz. Deshalb eignen sie sich weniger für die Mischkultur mit Gemüse.


• Bergbohnenkraut (8–9)

• Lavendel (6–7)

• Salbei (6–8) • Schnittlauch (5–6)

• Thymian (6–7) • Ysop (7–8)

Als niedrige Einfassungen

Viele Gärtner fassen ihre Beete gerne mit niedrigen Hecken ein. Wie wäre es hier mit Pflanzen, die auch Bienen erfreuen? Neben den bereits genannten Kräutern eignen sich auch Katzenminze (5-6) und Immergrüner Gamander (6-7) gut.

Pflanzen am Rande von Gemüsebeeten

• Kornelkirschen, Weiden, Felsenbirnen (3–4) • Geißblatt (5–7)

• Sommerblumen wie Kornblume,

Cosmea, Nigella, Mohn (6–8)

• Spätsommerblüher wie Sonnenblume, ungefüllte Dahlien, Schmetterlingsstrauch (7–10)

• Efeu (ältere, blühende Exemplare; 9–10)

Essbare Blüten

Erstaunlich viele Blüten können auf Speisen gestreut werden, um Geschmack und Schönheit zu steigern. Verwenden Sie sie jedoch sparsam, manche können recht intensiv schmecken. Folgende Blüten, von denen Sie viele sowieso im Gemüse- und Kräutergarten finden, eignen sich gut:


• Basilikum, Fenchel, Koriander, Rosmarin, Salbei, Thymian: Die Blüten schmecken ähnlich wie das Laub und sind eine schöne Dekoration auf Speisen.

• Dill: Die Blüten schmecken ähnlich

wie das Laub, man verwendet sie außerdem zum Einmachen von Gurken.

• Kapuzinerkresse: pfefferiger Geschmack; verwenden Sie ganze Blüten als Salat-Garnitur oder mischen Sie gehackte Blüten mit Butter. Noch grüne Samen-Kapseln kann man als Kapern-Ersatz einlegen.

• Lavendel: Eignet sich getrocknet für Lavendelzucker zum Backen und für Desserts. Man kann ihn auch in Milch einweichen, um Desserts und Eis zu parfümieren. Nicht zuletzt ist er ein Klassiker in herzhaften Gerichten und Marinaden der südfranzösischen Küche.

• Kürbis, Zucchini: Die großen Blüten schmecken zart nussig. Entfernen Sie Stempel und Staubgefäße und füllen Sie sie mit Ricotta und Kräutern. Danach in den Backofen geben oder in Teig ausbacken.

• Radieschen, Rucola, Pak Choi, Senf: Falls die Pflanzen trotz bester Bemühungen schießen, können Sie immer noch die Blüten essen. Sie haben einen milden bis würzigen Senf-Geschmack. Streuen Sie sie über Salate, asiatische Gerichte, Suppen oder Pasta.

• Ringelblumen, Tagetes: haben einen leicht bitteren Geschmack, können in Salate gemischt werden und eignen sich hervorragend, um Reis dottergelb einzufärben.


Text und Bilder © blv


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Geb.: 143 Seiten, Verlag: blv
ISBN: 978-3835409255
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