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Parasiten bei Haustieren

Naturheilkundliche Behandlungsweisen – sanft und wirkungsvoll

Das Wort Parasit stammt aus dem Altgriechischen und bedeutet soviel wie para = neben und sitos = gemästet, sich ernähren. Wie auch das Wort Schmarotzer ist es negativ besetzt und allein der Gedanke an Parasiten lässt viele Menschen erschaudern. Oft winzig klein können sie ihrem Wirt großen Schaden zufügen. Daher gibt es zahlreiche Mittel dagegen, doch die meisten chemischen Wurmkuren, Floh- und Zeckenmittel enthalten z.T. hoch giftige Substanzen, die nicht nur die Parasiten töten, sondern sich auch negativ auf die Gesundheit unserer Haustiere auswirken können.

Was führt zu einem übermäßigen Parasitenbefall und wie kann ich ihm vorbeugen? Welche Parasitenarten sind für unsere Haustiere relevant?

A & O: Intaktes Immunsystem

Grundsätzlich gilt: ein gesundes und intaktes Immunsystem kommt mit allen Bakterien, Viren und Parasiten zurecht. Da eine intakte Darmflora den überwiegenden Teil des Immunsystems ausmacht, ist die allerbeste Vorbeugung gegen eine Übersiedelung von Parasiten ein gesundes Magen-Darm-System. Falsche oder mangelhafte Ernährung, chemische Substanzen oder auch Stress lassen ein Ungleichgewicht im Immunsystem entstehen. Damit sind Tür und Tor für die sprunghafte Vermehrung von sich negativ auf den Organismus auswirkenden Mikroorganismen und Parasiten geöffnet. Eine Darmsanierung, die gleichzeitig das Immunsystem stärkt und Stressfaktorenabbau sind wesentlicher Bestandteil einer ganzheitlichen Therapie. Doch schauen wir uns im Einzelnen an, mit welchen Lebewesen es unsere Haustiere zu tun bekommen können.

Welche Parasiten gibt es?

Es gibt verschiedene Differenzierungen bei der Einteilung von schmarotzenden Lebewesen. Ein Unterscheidungskriterium ist die Einteilung in Endo- und Ektoparasiten. Endoparasiten leben vom und im Organismus des Wirtes wie z.B. Würmer, Giardien, Kokzidien ect. Flöhe, Zecken, Milben und Haarlinge ect. zählen zu den Ektoparasiten, die sich zumeist auf der Hautoberfläche befinden. Nachfolgend möchte ich im Einzelnen auf einige Parasiten und deren Behandlung aus naturheilkundlicher Sicht eingehen.

Flöhe

sind ca. 2-4 mm große, braunschwarze Schmarotzer, die vom Blut warmblütiger Tieren leben. Sie haben zwar Vorlieben für bestimmte Wirtstiere, sind aber nicht auf sie angewiesen. Das ist der Grund, warum Flöhe unserer Haustiere auf den Menschen übertragen werden können. Bei einem Stich führt der Flohspeichel zu starkem Juckreiz, der das Tier zum Kratzen an der Einstichstelle animiert. Das zusätzliche Eindringen von Bakterien an der Wunde kann zu Entzündungen und Irritationen der Haut führen. Immer häufiger reagieren Tiere allergisch auf Flohbisse. Einzelne Flöhe können mit speziellen Flohkämmen ausgekämmt werden. Die Schlafplätze der Haustiere sollten ebenfalls gesäubert werden. Kissen und Decken möglichst bei mind. 60 °C waschen oder einfrieren. Als homöopathisches Mittel findet Spigelia innerlich sowie äußerlich Verwendung. Zudem sollte eine Darmsanierung und ggf. Wurmbehandlung (s.u.) stattfinden.

Zecken

gehören zur Familie der Milben und somit zu den Spinnentieren. Sie benötigen das Blut ihrer Wirte zur Weiterentwicklung und Vermehrung. Es gibt ca. 900 verschiedene Zeckenarten. Vorbeugend wirkt der Einsatz von Bierhefe und Knoblauch in kleinen Mengen. Gute Erfahrung habe ich mit dem Bioresonanz-Chip gemacht, der am Halsband befestigt wird und den Biss der Zecken größtenteils verhindert. Ätherische Öle wie Rosmarin- und Eukalyptusöl (verdünnt in Trägerölen) sollen ebenfalls gut vor Zecken schützen. Auf den Einsatz bei Katzen sollte allerdings verzichtet werden, da sie bestimmte ätherische Öle nur schlecht vertragen. Als homöopathisches Mittel bietet sich Ledum an, bei entzündlichen Prozessen kombiniert mit Belladonna. Borrelien-Nosoden und der Einsatz von Kardewurzelpräparaten unterstützen das Immunsystem und beugen Borrelieninfektionen vor.

Milben

ernähren sich zumeist von den Hautschuppen ihrer Wirte. Der Speichel erzeugt starken Juckreiz, der ebenfalls, wie bei den Flöhen zu entsprechenden Sekundärerkrankungen führen kann. Heftige Reaktionen bewirkt vor allem die Herbstgrasmilbe, meist im Ohr-, Zwischenzehen- oder Nasenbereich. Vorbeugend kann der Tierhalter die Pfoten der Tiere nach Spaziergängen mit Wasser abwaschen. Die Ohren sollten häufig nachgeschaut und ggf. gereinigt werden. Sanft wirkt hier verdünntes ätherisches Lavendelöl, das Entzündungen entgegen, Haut beruhigend und antiseptisch wirkt. Ledum sowie Apis als homöopathische Mittel können vorbeugend bei Räude- und Raubmilben eingesetzt werden. Milben und andere Ektoparasiten vertragen keine Hitze. Mit dem Haartrockner entgegen der Fellwuchsrichtung fönen, mildert bereits den Juckreiz. Pflegeprodukte mit dem Wirkstoff Geraniol lösen den Chitinpanzer der Parasiten auf und sind für unsere Haustiere unschädlich. Nachtkerzenöl sorgt für eine bessere Hautversorgung und lindert den Juckreiz.

Endoparasiten

Bei den Endoparasiten gehe ich speziell auf Würmer und Einzeller ein. Die häufigsten Würmer, die in den Organismen unserer Haustiere vorkommen, sind Rundwürmer, wie Spul-, Ha-
ken- und Peitschenwürmer sowie Bandwürmer. Herz- und Lungenwürmer kommen bei uns eher seltener vor.

Spulwurm

Am häufigsten werden Hunden und Katzen von Spulwürmern befallen, Sie werden oft schon im Mutterleib auf die Welpen übertragen, können bis zu 18 cm lang werden, sehen wie Spaghetti aus und sind auf den Menschen übertragbar. Glanzloses, stumpfes Fell, Durchfall, Erbrechen, Verstopfung, Blut im Kot und Blutarmut deuten auf einen Spulwurmbefall hin. Dr. med. vet. Hans Günter Wolff rät in seinem Buch „Homöopathie für Tiere“ zu Mitteln wie Abrotanum und Calcium carbonicum. Eine Darmsanierung und Immunstärkung sollte parallel zu jeder Parasitenbehandlung unbedingt erfolgen.

Hakenwürmer

beißen sich in die Darmwand fest und saugen Blut. Der Blutverlust kann beträchtlich sein. Ein geringer Befall verläuft i.d.R. ohne Symptome. Massiver Befall hingegen kann schwere Schäden verursachen. Symptome können Blut im Kot sowie die Dunkelfärbung von Exkrementen sein. Carduus marianus stärkt die Leber und Calcium carbonicum sorgt für die Ausheilungsreaktion im Organismus.

Bandwürmer

sind die bekanntesten Würmer. Der Fuchsbandwurm kann durch den Verzehr von Mäusen und kleinen Nagetieren übertragen werden. Im Kot sind kleine weiße Stippchen zu erkennen, die ca. 1,4 - 3,5 mm lang sind. Der Gurkenkernbandwurm wird von Flöhen und Haarlingen übertragen. Die Wurmglieder sehen aus wie Gurkenkerne und können bis zu 50 cm (!) lang werden. Die Tiere zeigen oft das „Schlittenfahren“, leiden an Magen-Darm-Erkrankungen, Darmkrämpfen, Abmagerung und haben zumeist ein glanzloses und stumpfes Fell. Dr. Wolff empfiehlt hier Cina als homöopathische Indikation mit anschließender Gabe von Calcium carbonicum.

Durch Fellfressen von Beutetieren werden die Darmzotten unserer Hunde und Katzen gereinigt. Hagebuttenkerne haben durch ihre feinen Härchen einen ähnlichen Effekt. Dr. med. vet. Vera Biber empfiehlt in ihrem Buch „Allergien bei Hunden“ eine natürliche Entwurmung mit Papayakernen. Ich persönlich habe gute Erfahrungen mit dem Einsatz von Propolis gemacht.

Giardien und Kokzidien

sind Einzeller, die einen extremen Durchfall hervorrufen können. Bei Giardien kommen Blähungen und Erbrechen sowie heller bis gelblicher Stuhl hinzu. Sie sind auf den Menschen übertragbar. Bei Kokzidien zeigt sich oft Fieber sowie Appetitlosigkeit mit Abmagerung. Acidum phosphoricum ist hier das homöopathische Mittel der Wahl. Aber auch Kräuter wie Oreganum, Thymian und Salbei sowie bei Giardien die nordische Bartflechte helfen den Körper bei der Abwehr.

Wie eingangs erwähnt, steht der präventiven Wirkung von Wurmkuren und/oder Spot On Präparaten das Risiko der Belastung des gesamten Organismus‘ bis hin zu dauerhaften Schädigungen gegenüber. Daher ist von einer vorsorglichen Gabe ohne jeglichem Befund aus naturheilkundlicher Sicht abzuraten.

Die Untersuchung einer Kotprobe (im tierärztlichen Labor, Kosten ab (!) ca. € 15,-) gibt Aufschluss über den tatsächlichen Grad der parasitären Erkrankung. Anhand dieser Ergebnisse kann entschieden werden, ob man sanft wirkende naturheilkundliche Mittel einsetzt oder bei hochgradiger Verwurmung einmalig zur ‚chemischen Keule‘ greifen muss. Dabei sollten auf jeden Fall parallel Maßnahmen zur Darmsanierung und -stabilisierung ergriffen werden, um weiteren Erkrankungen vorzubeugen.




Stephanie Rosen
Tierheilpraktikerin

Weitere Informationen unter:
Tel. 0 24 52 - 9 57 35 15
www.meine-heile-welt.de



 

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