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Präzision als Problemlösung am Beispiel EFT

Als holistischer Therapeut im Westen Irlands verwende ich seit Jahren ein heilsames Verfahren, das hier EFT (Emotional Freedom Technique) genannt wird. Es kann auch für Selbsthilfezwecke eingesetzt werden. In Deutschland spricht man von Meridiantechniken oder PEP (Prozessorientierte Energetische Psychologie). Das Prinzip, das dieser Heilmethode zugrunde liegt, ist denkbar einfach. Praktisch tippen Sie mit der Fingerspitze ihres Mittelfingers auf Akupunkturpunkte im Gesicht, an der Hand und auf dem Oberkörper. Die Auswahl der Punkte ist beliebig und die Reihenfolge auch. Sie können mehr oder weniger Punkte in ihr „Klopfprogramm“ aufnehmen. Für den Erstlerner gibt es allerdings ein Protokoll, das die Punkte vorgibt und an das man sich halten sollte.

Theorie und Praxis

Vom Standpunkt der Traditionellen Chinesischen Medizin haben die Akupunkte des Protokolls keine größere Signifikanz im Sinne heilsamer Potenziale als andere Punkte. Sie dienen in erster Linie der Entspannung und weniger der Aktivierung der Lebensenergie Qi in den Meridianen. Die Therapie beginnt mit der präzisen Formulierung des Problems, das immer schriftlich zu dokumentieren ist. Dabei wird nicht krampfhaft nach Lösungen oder Ursachen geforscht. Wichtig ist, dass der Anwender oder Patient einen Prozess beginnt, der ihn nach innen wendet. Der Blick auf die eigene Person wird geschärft und bewusster gemacht. Danach erfolgt eine positive Affirmation, in der simultan das Problem und die eigene Person liebevoll akzeptiert werden. Das Problem wird aus dem Widerstandssektor (Ich will das Problem nicht haben) in den Akzeptanzsektor (Ich habe ein Problem und mag mich trotzdem) geholt.
Das EFT-Protokoll schreibt weiter vor, während des Klopfens das Problem in einer verkürzten Form vor sich hinzusagen. Die verkürzte Form bezieht sich auf die zu Beginn erarbeitete Formulierung des Problems. Die verkürzte sprachliche Form könnte lauten: „Meine stechenden Kopfschmerzen am Abend“ oder „Mein Heißhunger auf Vanillepudding vor dem ins Bett gehen“. Relativ zügig kann man von dieser verkürzten Form auf eine noch kürze umsteigen, z.B. nur „Kopfschmerzen“ oder „Heißhunger“. In diesen Fällen weiß der Anwender bereits sehr genau, um welche Kopfschmerzen oder um welchen Heißhunger es sich handelt.
Es gibt Ausnahmen, wo das Problem diffus ist und sich einer präzisen, sprachlichen Gestaltung entzieht. Aber auch in diesem Fall sollten eventuelle „Stellvertreter“, zum Beispiel metaphorischer Art ( der Käfig in meiner Brust, der Stein im Magen, das Viereck im Kopf , das Rot im Bauch) so genau wie möglich bezeichnet werden.

Probleme in Aspekte aufschlüsseln

Wenn mit Präzision Probleme gelöst werden sollen, ist es unabdingbar, während des Therapieverlaufes das Problem kontinuierlich neu zu identifizieren. Zur Gewährleistung dieser Bedingung behält der Therapeut eine rationale Sicht auf das Problem und der Patient eine gesteuert emotionale Sicht. Auf diese Weise kreist man das Problem oder den Problemzweig umfassend und exakt ein.
In der Regel besteht ein Problem aus mehreren Strukturen oder Aspekten. Lautet das Problem zum Beispiel Flugangst, kann eine Struktur des Problems die Demonstration der Sicherheitsvorkehrungen durch die Stewardessen sein, ein anderes Strukturelement könnte sein, wenn das Licht vor der Landung erlischt. Insgesamt kann aber die Flugangst selber ein Aspekt eines noch größeren Problems sein, was vielleicht erst zutage tritt, wenn die Flugangst bearbeitet wird.
Sie sehen, dass wir es mit konkreten „Inhaltsstoffen“ von mehr oder weniger komplexen Problemen zu tun haben. Je genauer der Patient den Aspekt eines Problems identifizieren kann, um so höher sind die Heilungschancen.
Die Entspannung spielt eine entscheidende Rolle, denn sie erlaubt Patienten eine erhöhte Wahrnehmung von Informationen aus dem Unbewussten. Die Struktur eines Problems wird in der Regel spontan erkannt, als Gedanke oder Gefühl, die sich in den Vordergrund schieben und die dann zum Gegenstand weiterer Klopfvorgänge werden. Minimale Veränderungen in der sprachlichen Gestaltung (Präzision) führen letztlich schneller ans Ziel.

Aus energetischer Sicht

Spricht man heute von Energie in Bezug auf Körper und Geist, so bezieht man sich oft auf Schwingungsmodelle aus der theoretischen Physik. Legt man diese Modelle zugrunde, dann erklärt sich daraus die Notwendigkeit der Präzision. Ein Wort, eine Farbe, ein Gefühl werden umgesetzt in konkrete Schwingungsmodule, die mit den übrigen Schwingungsmodulen von Körper und Geist interagieren. Wenn man auf energetischer Ebene arbeitet, kann man sich vorstellen, dass dort eine Ordnung herrscht, die absolut akkurat ist. Diese Ordnung repräsentiert letztlich die universelle Ordnung, die Grundlage der Naturgesetze, einschließlich der Chakra Systeme und der Aura.
Jede kleinste Unordnung kann als Keim (Schwingungsstörung) für ein Problem aufgefasst werden. Unangenehm wird es allerdings erst dann, wenn die Ordnung der Selbstheilungskräfte betroffen ist.
Versteht man Körper und Geist als reine Schwingungssysteme wird deutlich, wie außerordentlich wichtig es ist, die entsprechende Störstelle (Schwingungsfrequenz) exakt anzusprechen, um sie bewusst in den Heilprozess zu integrieren. Das passiert, indem man die verschiedenen Strukturelemente eines Problems genau benennt und sie dadurch einem schärferen Bewusstmachungsprozess unterzieht. Am Ende geht es um die bewusste Akzeptanz des Problems in seiner ganzen Vielfalt. Das muss nicht immer hart erarbeitet werden. Es kommt gelegentlich zu spontanen Heilungen. So löst sich ein Kopfschmerz in einer Minute oder eine Spinnenphobie schon nach ein oder zwei Klopfsequenzen. Dieser Generalisierungsprozess geht um so schneller, je genauer die Wortwahl bei der Gestaltung des Problems ausfällt.
Ich habe das Beispiel EFT gewählt, weil die Praxis dieser Methode fundierte Ergebnisse liefert, die auf den oben gemachten Erklärungen beruhen. Diese Erläuterungen können auch auf andere Anwendungsgebiete übertragen werden. Ihre persönlichen Methoden zur Selbstheilung werden davon profitieren.

Akzeptieren und Loslassen

Viele Menschen vertrauen den wunderbaren buddhistischen Tugenden der Akzeptanz und des Loslassens. In der Regel geht es hier um Probleme, die mehr die Psyche betreffen, wie zum Beispiel Eifersucht, Sorgen, Ungerechtigkeit oder Respektlosigkeit. Nicht-verzeihen-können oder Kontrollzwänge gehören auch dazu.
In der praktischen Arbeit versucht man ein Problem zu isolieren, um es zunächst zu verstehen. Erst wenn Sie etwas verstehen, können Sie es auch akzeptieren lernen. Um dieses Verstehen zu gewährleisten, grenzt man das Problem ein und versucht ein dazugehöriges Gefühl dafür aufkommen zu lassen. Es wäre dann von Vorteil sowohl das umrissene Problem als auch das entsprechende Gefühl schriftlich festzuhalten. Die Verschriftlichung unterstützt die Konkretisierung.
Wenn sie das Problem nur diffus benennen und womöglich gemischte Gefühle und wechselnde Emotionen mit in den Topf werfen, dann arbeiten sie mit Unordnung, was metaphorisch bedeutet, dass Sie mit schlechtem Werkzeug reparieren und die Baustelle unklar ist. Energetisch geht es aber genau um das Gegenteil. Die Unordnung soll aufgelöst werden.
Natürlich können mehrere Gefühle und Emotionen an ein einziges Problem gekoppelt sein. Aus der langjährigen Erfahrung im EFT Bereich zeigt sich von Vorteil, jedes Gefühl und jede Emotion einzeln zu akzeptiern. Energetisch gesehen, macht nur das Sinn. Jedes Gefühl und jede Emotion besitzt eine andere Störkomponente (Schwingung). Dieses Störelement sprechen Sie erfolgreich an, indem Sie Ihre Absicht zur Heilung bewusst mit der betreffenden Störung resonieren lassen.

Werkzeug und Baustelle aufeinander abstimmen

Wenn Sie selektiv vorgehen, heilen Sie immer am richtigen Arbeitsplatz Ihres Körpers oder Ihrer Seele. Wenn ein Motor (Baustelle) nicht mehr funktioniert, muss er unter Umständen an verschiedenen Stellen (Störfaktoren) repariert werden und an jeder dieser Stellen, braucht der Mechaniker andere Werkzeuge (präzise sprachliche Bezeichnung). Nehmen wir das Beispiel Eifersucht. Die gröbste Form des Vorgehens wäre, wenn Sie sagen: „Ich akzeptiere meine Eifersucht.“ Ich denke, dass es nicht einfach ist, das Problem Eifersucht so generalisiert in den Griff zu bekommen.
Schlüsseln Sie das Problem auf. Stellen Sie sich die erste Leitfrage: Wie äußert sich mein Problem?
Vorschläge: „Ich bin süchtig danach, sein Handy zu kontrollieren. Ich muss seine Anzugtaschen durchsuchen. Ich würde ihr gerne nachstellen.“ Fertigen sie eine Liste an. Schauen Sie, wie weit Sie das Problem genau aufschlüsseln können. Versuchen Sie dann jeden Listenpunkt einzeln zu akzeptieren. Wenn es ums Loslassen geht, gehen Sie genau so akkurat und detailiert vor. Sie können viel besser akzeptieren und loslassen, wenn Sie genau wissen, um was es geht und verbinden Sie bitte mit jedem Akzeptanz- und Loslassvorgang das dazugehörige Gefühl.
Auch Affirmationen am Ende des Autogenen Trainings, während einer Meditation oder im Rahmen einer Visualisierung sollten den Kern Ihrer Intention möglichst treffend be-
schreiben.
Glauben Sie mir, es ist die Mühe wert, denn Sie betreiben Selbsterkenntnis auf ganz hohem Niveau.

Wolfgang Wiesmann

Info und Kontakt:

Tel. 0035 361 927 407
wolfgangwiesmann@eircom.net
www.focusbalance.ie








 

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