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Depressionen durch Jod?

Auswirkungen von Jod auf die Psyche: so brisant wie verkannt

Dieser Artikel basiert auf dem Vortrag „Jodwirkungen auf die Psyche“, den die Autorin am 14. Juni 2014 auf dem Tagesseminar „Schilddrüse“ auf der Burg Ramstein bei Kordel gehalten hat. Der Mitschnitt dieses Vortrages wird in Kürze auf der offiziellen Website der Deutschen SHG der Jodallergiker, Morbus Basedow und Hyperthyreosekranken auf www.jod-kritik.de eingestellt.

Anstieg von psychischen Erkrankungen um fast 130%

Psychische Probleme, die zu Krankschreibungen, Krankenhausaufenthalten und Frühverrentungen führen, sind, laut Artikel „Tausende Arbeitnehmer fehlen wegen psychischer Leiden“, Spiegel online, 13.08.2012, in Deutschland von 1990 bis 2010 um ca. 130 % gestiegen.
Alarmierend ist auch die steigende Zahl von Kindern, die mit Depressionen in Kliniken stationär behandelt werden müssen. Ihre Zahl habe sich innerhalb von 12 Jahren versechsfacht, wobei es „deutlich mehr weibliche als männliche Betroffene“ gibt.1 Mediziner deuten die körperlichen Symptome wie Herzrasen, Schwindel, Schweißausbrüche, Übelkeit und Erbrechen, zitternde Hände, Kloßgefühl im Hals und Atemnot2 als Hinweis auf eine Krankheit. Trotzdem wird in keinem der bisher bekannten Artikel ein Bezug zu einer Schilddrüsenerkrankung hergestellt, bei der es nicht nur zu den gleichen Symptomen wie Herzrasen, Schwindel, Schweißausbrüche, Übelkeit und Erbrechen, zitternde Hände, Kloßgefühl im Hals und Atemnot wie bei den beschriebenen Depressionen kommt, sondern auch zu dem „Ungleichgewicht zwischen den Geschlechtern“. Für letzteres „gebe es keine stichhaltige Erklärung“, so Steffi Steinicke, Landeschefin der DAK für Thüringen, ebd. 15.03.2015.

Ursachensuche an Schilddrüse und Jod vorbei

Als Erklärung für diese Entwicklung seit etwa 1990 werden u.a. privater und beruflicher Stress oder steigen-der Leistungsdruck genannt, neuerdings auch Rauchen3.
Nicht gedacht wird bei der Suche nach der Ursache der steigenden Zahl von Depressionserkrankungen, dass zum Symptomkanon einer erkrankten Schilddrüse auch psychische Erkrankungen gehören. Auch nicht gedacht wird an das Jod, dessen offizielle Einschleusung in die Nahrungskette ab 1990 mit großem Werbeaufwand u.a. des „Arbeitskreis Jodmangel“ organisiert und umgesetzt wurde, und das bei Überdosierung und Empfindlichkeit zu Schilddrüsenerkrankungen mit Depressionen und zu Jod-Sofortreaktionen mit Depressionen in allen Schweregraden, von leichter Traurigkeit bis zum Selbstmord, führen kann.
Offensichtlich ist bisher kein Zusammenhang zwischen den – ebenfalls rapide angestiegenen – Schilddrüsenerkrankungen wie Morbus Basedow und Morbus Hashimoto, Über- und Unterfunktion, aktiven und inaktiven Bereichen (= Heißen und Kalten Knoten), der Überjodierung der Lebens- und Futtermittel in Deutschland (auch in der Schweiz und Österreich) und den psychischen Symptomen wie Depressionen, Angst- und Panikattacken und Aggressionen hergestellt worden.

Depressionsstarter Jod

Jod ist in zweifacher Hinsicht ein Depressionsstarter: zum einen, indem die Überdosierung mit Jod über fast alle Grundnahrungs- und Futtermittel, die sensible Schilddrüse, je nach individueller Veranlagung, krank macht, wozu meist auch psychische Symptome gehören; zum anderen, weil Depressionen in allen Variationen als unmittelbare Sofortwirkungen auf Jodzusätze ohne den Umweg über
eine Schilddrüsenerkrankung in Erscheinung treten können. Jodinduzierte Depressionen treten auch bei Schilddrüsengesunden auf. Bereits sehr geringe Jodmengen können u.a. psychische Symptome hervorrufen.

Deutschland – europäischer Spitzenreiter bei Schilddrüsenerkrankungen

Deutschland ist das Land mit den meisten Schilddrüsenkranken. In der „FürSie“ (vom 11.02.2008) wird die Schilddrüsenexpertin Dr. Eveline Kormann wie folgt zitiert: „Wir vermuten, dass etwa ein Drittel der Deutschen in einer nicht erkannten Schilddrüsenerkrankung leidet.“ Und: „Überraschenderweise ist Deutschland unter den Industrienationen der Spitzenreiter, was Schilddrüsenerkrankungen angeht, … Eine Erklärung haben wir dafür bislang nicht.“4
Infolge der Viehfutterjodierung seit 1985/86 – auch oft im Biobereich – stehen aus deutscher Produktion fast ausschließlich Milchprodukte mit sehr hohen Jodmengen,1522 µg Jod/Liter Milch, zur Verfügung. Hinzu kommen die anderen über das Viehfutter jodierten tierischen Produkte wie Eier, Fleisch und Geflügel, außerdem Jodsalz und jodierte Halb- und Fertigprodukte. Das bedeutet: mit unserer „ganz normalen“ Nahrung nehmen wir Jod in geradezu toxischen Mengen zu uns – und trotzdem wird die seit 1990 explodierende Zahl von psychischen Erkrankungen bis jetzt nur von der Autorin in Veröffentlichungen und Vorträgen mit der Überjodierung in Zusammenhang gebracht.

Wissenschaftliche Dokumentation: psychischer Symptome bei Schilddrüsenkranken und durch Jod ausgelöst bei Gesunden

Welches Fachbuch über Schilddrüsenerkrankungen Sie auch lesen, die psychischen Symptome in Folge einer innerlichen und äußerlichen Jodzufuhr – bei Schilddrüsenkranken und Schilddrüsengesunden – werden darin ausführlich beschrieben. Alle genannten psychischen Symptome, jodinduziert und/oder schilddrüsenbedingt, finden sich seit gut hundert Jahren in der medizinischen Fachliteratur zu den Stichworten Jod, Jodvergiftung und Schilddrüsenerkrankungen. Aus dieser Literatur geht hervor, dass

1. bei vorliegenden Schilddrüsenerkrankungen psychische Probleme auftreten können, die z.T. sogar zu den Leitsymptomen5 von Schilddrüsenerkrankungen (u.a. Hyperthyreose, Morbus Basedow, Autonomien) gezählt werden wie u.a. Angst- und Panikattacken, innere Unruhe, Erregungszustände, Depressionen, Aggressionen, Konzentrationsschwäche, Schlaflosigkeit, Todesangst.
2. bei Angststörungen etc. u.a. folgende körperliche Symptome auftreten: Herzrasen, Schwindel, zitternde Hände und Füße, Schweißausbrüche, Übelkeit und Erbrechen, Kloß im Hals, Engegefühl im Brustraum, Atemnot.
3. bei einer Schilddrüsenüberfunktion bzw. der Autoimmunerkrankung Morbus Basedow folgende körperlichen Symptome auftreten: Kloß im Hals, Atemnot, Herzrasen, Engegefühl im Brustraum, Schwindel, zitternde Hände, Schweißausbrüche, Übelkeit und Erbrechen (Jodismus).
4. eine zusätzliche Jodzufuhr – auch in kleinsten Mengen –
a) bei Schilddrüsenerkrankungen zu einer Verschlimmerung bis hin zum Tode führen kann, und
b) eine zusätzliche Jodzufuhr auch bei nicht vorliegender Schilddrüsenerkrankung zu psychischen Symptomen führen kann, Zitat: „Zentrales und peripheres Nervensystem. … Dauerbehandlung mit Jod und Jodiden kann zu psychischen Depression, Nervosität, Schlaflosigkeit und sexueller Impotenz führen.“ (s. H.P.T. Ammon: Arzneimittelneben- und wechselwirkungen. Ein Handbuch für Ärzte und Apotheker, Stuttgart 1992, S. 895)

Es verwundert, dass die nahezu vollständige Übereinstimmung von Schilddrüsensymptomatik und den bei Angstzuständen beobachteten körperlichen Symptomen trotzdem bis jetzt niemanden der Verantwortlichen aufhorchen lässt! Trotz der offensichtlich vollständigen Übereinstimmung der körperlichen Symptome von Schilddrüsenerkrankungen UND psychischen Störungen werden in Deutschland (s. Presseartikel) psychische Erscheinungen scheinbar ohne Inbetrachtziehung einer Schilddrüsenerkrankung und ohne Berücksichtigung der Nebenwirkungen von Jod in nahezu sämtlichen Lebens- und Futtermitteln diagnostiziert und therapiert.

Diagnostik, Medikation und Therapie bei z.T. auch jodinduzierter
Schilddrüsenerkrankung mit psychischer Symptomatik und bei psychischer Symptomatik ohne Schilddrüsenerkrankung

Gleich nach der Gründung der Deutschen SHG der Jodallergiker, Morbus Basedow – und Hyperthyreosekranken (1995/96) zeichnete sich in Briefen und Anrufen von Betroffenen an die Autorin ab, dass es vor allem in der Diagnostik und Therapie von Jodgeschädigten mit psychischer Symptomatik – mit und ohne Hyperthyreose, Morbus Basedow und Morbus Hashimoto – zu gravierenden Fehleinschätzungen durch die behandelnden Mediziner kommt. Seit damals ist in der (schul-)medizinischen Behandlung von Schilddrüsenkranken in Diagnostik und Therapie eine Abspaltung zu beobachten. Patienten mit psychischen Symptomen werden meist vorrangig, oft sogar uneingeschränkt und ausschließlich als psychisch krank diagnostiziert, ohne dass ein Zusammenhang zum Symptombereich einer Schilddrüsenerkrankung oder zu einer ausschließlich durch Jod ausgelösten psychischen Symptomatik erkannt wird. Die Erkrankung der Schilddrüse bzw. die bekannten Jodsymptome in Beziehung auf die Psyche werden verkannt und jodempfindliche bzw. schilddrüsenkranke Patienten praktisch ausschließlich auf die psychische Problematik festgenagelt. Dadurch erfolgt zumeist nur eine psychiatrische Behandlung, ohne dass der Grunderkrankung bzw. Jodempfindlichkeit und einer notwendigen Ernährung ohne künstliche Jodzusätze Beachtung geschenkt wird.
Aus Unkenntnis des Zusammenhangs zwischen einer Schilddrüsenerkrankung bzw. Jodreaktion mit psychischen Symptomen können falsche Diagnostik, Medikation und Therapie resultieren. Die Diagnostik geschieht oft ohne Einbeziehung der Schilddrüse sowie ohne Berücksichtigung der „Dauermedikation“ Jod, das in fast sämtlichen deutschen Lebens- und Futtermitteln enthalten ist.
Die Medikation von Depressionsformen – auch schilddrüsenbedingt und/oder jodinduziert – besteht meist aus Antidepressiva, die Lithium enthalten. „Die Auswirkungen einer Lithium-Behandlung auf die Schilddrüsenfunktion können nicht genau vorhergesagt werden. Es treten Hypothyreoidismus mit oder ohne Kropf, selten dagegen ein Hyperthyreoidismus auf. … Lithium scheint nicht nur die Schilddrüse direkt zu beeinflussen, sondern auch Autoimmunprozesse in der Schilddrüse zu begünstigen … Für die Anwendung von Lithium sind ferner der Morbus Addison und die hypothyreote Struma Kontraindikationen.“ (s. Ammon, a.a.O., S. 281ff)
Auch in der Roten Liste (2009) wird darauf hingewiesen, dass „Wechselwirkungen zwischen Jodverbindungen und Lithium“ bestehen „dergestalt, dass Lithium die Struma u. Hypothyreosewirkung hoher Joddosen verstärkt. (a.a.O., Signaturverzeichnis (Orange), S. 299, 312)
Dadurch, dass die Therapie unerkannter schilddrüsenbedingter und jodinduzierter psychischer Probleme in der Regel in einer psychiatrischen Behandlung – oft sogar in der geschlossenen Abteilung (!) mündet – finden wir hier die tiefgreifendsten Folgeerscheinungen der sogenannten „generellen Jodsalzprophylaxe“ überhaupt.
Denn anders als eine körperliche Symptomatik treffen sie den Menschen in seinem innersten Kern, verändern ihn oft vollständig in seinem Wesen und können damit zur Zerstörung seines Selbstwertgefühles und sozialen Umfeldes führen.

Auswirkungen der Diagnose „Depressionen“

Die Diagnose einer psychischen Störung wie Depression, Angst- oder Panikattacke, Aggression etc. kann bedeuten, dass Betroffene berufliche Einschränkungen hinnehmen müssen und auf Grund ihrer diagnostizierten psychischen Vorerkrankung oft auch gewünschte Versicherungen nicht abschließen können. Psychische Erkrankungen gelten damit praktisch als eine Art „Ausschlusskriterium“ in wichtigen Lebensbereichen.

Jod-Depressionen sind reversibel

Jodinduzierte Depressionen und Depressionen infolge einer oft jodinduzierten Schilddrüsenerkrankung dürfen nicht mit einer ursächlich rein psychischen Erkrankung auf die gleiche Stufe gestellt und auch nicht ebenso therapiert werden.
Der Wegfall von Jodzusätzen muss unbedingt auch Bestandteil einer entsprechenden Therapie sein. Eine „Jodabstinenz“ hatte in fast allen uns bekannten Fällen zu einem völligen Abklingen der psychischen Symptome geführt.

Die gegenwärtige Situation

Die Jodierung der Lebens- und Futtermittel in Deutschland unterstützt u.a. die starke Zunahme von jodinduzierten Schilddrüsenkranken, meist mit psychischer Symptomatik, von Schilddrüsenkranken, deren Symptome (auch die psychischen) durch Jodzusätze ausgelöst oder verschlimmert werden und von psychisch künstlich krank gemachten Gesunden, die „nur“ zusätzliches Jod nicht vertragen.

Dagmar Braunschweig-Pauli, M.A.
www.jod-kritik.de

Literatur:

H.P.T. Ammon: Arzneimittelneben- und wechselwirkungen. Ein Handbuch für Ärzte und Apotheker, Stuttgart 1992, S. 895)
Dagmar Braunschweig-Pauli: Die Jod-Lüge. Das Märchen vom gesunden Jod. Das Lexikon der Jodkrankheiten, Herbig-Verlag München, 6. Aufl. 2013, Art. Depressionen, S.74-80.
Dagmar Braunschweig-Pauli: Jod-Krank. Der Jahrhundertirrtum, Verlag Braunschweig-Pauli Trier, 3. Aufl. 2012, Kap. 51, Jodwirkungen auf die Psyche, S. 252-256.
1 (s. www.heilpraxisnet.de/naturheilpraxis/mehr-kinder-mit-depressionen-in-kliniken-9018534127.php, 15.03.2014)
2 (s. Art.„Krankhafte Angst: Jeder achte Deutsche betroffen“, 18.05.2014 auf www.heilpraxisnet.de/)
3 (s. u.a. Art. „Welcher Zusammenhang besteht zwischen Rauchen und Psychosen?“ in: Augsburger Allgemeine, 14.07.2015)
4 (in: „Die unterschätzte Gefahr: die Schilddrüse reguliert unseren Stoffwechsel –
eine Störung ihres Gleichgewichtes kann zu schweren Erkrankungen führen.“)
5 (s. Hehrmann, a.a.O., S. 43)


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