Balance1
Balance2

Biografiearbeit

Blick zurück nach vorn

Wenn wir ein gewisses Alter erreicht haben, erkennen wir im Rückblick auf die Etappen unseres Weges leichter die Muster, die sich durch unser Leben ziehen wie ein roter Faden, der hin und wieder abtaucht und in neuer Form zurück an die Oberfläche kommt. Biografie-
arbeit ist eine hilfreiche Methode,
diesen roten Faden zu finden.

Im Rahmen der Biografiearbeit fragen wir uns z.B.:

• Wo stehe ich heute?
• Wie wurde ich, wer ich jetzt bin?
• Welche Erfahrungen haben mich geprägt?
• Welche Erfahrungen möchte ich nicht wiederholen?

Es gibt verschiedene Formen der Biografiearbeit, z.B. das thematisch geordnete Aufschreiben der eigenen Lebensgeschichte. Als Grundlage eignen sich Tagebücher, Briefe, Terminkalender, Aufzeichnungen und Fotoalben, in denen wichtige Ereignisse dokumentiert sind. Sie sind die „Puzzleteile“, aus denen sich ein immer klareres Bild von unserem persönlichen Lebensweg zusammensetzt.
Da mag der ganzheitliche und wohlwollende Blick aus der Vogelperspektive zeigen, dass manche Irrungen und Wirrungen letztlich für unsere „Ent-Wicklung“ wichtig waren. Durch sie wurden wir, wer wir heute sind –an ihnen sind wir gewachsen und gereift. Was damals wie ein Umweg aussah, kann durchaus sinnvoll gewesen sein, und so vermag ein Lebensrückblick die Dinge zueinander in Beziehung zu setzen und uns mit unserer Vergangenheit zu versöhnen. Wir betrachten all die Schätze, die wir unterwegs aufgelesen haben und die vielleicht erst bei näherer Betrachtung ihren wahren Wert für uns enthüllen. So mancher Stein des Anstoßes erweist nach nachträglich als Goldschatz in staubiger Verkleidung.

Jahrsiebte

Auch in der Anthroposophie spielt Biografiearbeit eine wichtige Rolle. Rudolf Steiner hat sich intensiv mit dem Thema beschäftigt, welchen Rhythmen das menschliche Leben folgt. Es lässt sich z.B. in Jahrsiebte einteilen: alle 7 Jahre steht ein Schritt in eine neue Lebensphase an, der mit einer Art Prüfung verglichen werden kann.
So kommt ein Kind nach der Geborgenheit des Elternhauses im 7. Lebensjahr in die Schule und erstmals mit gesellschaftlichen Bewertungen in Kontakt. In Übergangsritualen wie z.B. die Konfirmation lässt es mit 14 die Kindheit hinter sich. Früher wurde man mit 21 volljährig und für sein
Leben verantwortlich. Spätestens mit 28 stand die „Meisterprüfung“ an, wörtlich oder an der Universität – die eigene Stellung in der Gesellschaft ist dann meist erreicht, der eigene Hausstand gegründet usw.
Mit ca. 42 erleben wir die große Lebensinventur, in der wir hinterfragen, wie weit wir es gebracht haben, was sich bewährt hat und was sich ändern muss.
Mit 56-58 folgt eine Art zweite Meisterprüfung: dann liegt der größte Teil unseres „produktiven Erwerbslebens“ bereits hinter uns, wir fragen uns, was wir mit den vor uns liegenden Jahren anfangen möchten.
Mit circa 63 haben viele das aktive Arbeitsleben schon hinter sich gelassen...

Biografiearbeit und Astrologie

Jedes Leben hat Phasen wie Ebbe und Flut: Zeiten, in denen es hoch her geht, wechseln ab mit solchen, in denen die Entwicklung ohne sichtbare hohe Wogen abläuft.
Die Astrologie stellt mit vielfältigen Berechnungen ein hervorragendes Werkzeug für die Beschäftigung mit der eigenen Lebensgeschichte dar: Sie strukturiert die vielen Themen und Daten, schafft Überblick und hilft, die wichtigsten Wendemarken auf dem Lebensweg zu ermitteln.
Denn es gibt (Krisen-)Phasen, die bei allen Menschen ungefähr in vergleichbarem Alter vorkommen und die mit den Planeten-Rhythmen zusammen hängen, und individuellere Themen, die mehr bei den Transiten über das Geburtshoroskop auftauchen.
Die persönlichen Zyklen, Transite und Auslösungen zeigen uns, welche Themen wann besonders in den Vordergrund getreten sein dürften. Das geschulte Astrologen-Auge erkennt z.B. Anhaltspunkte dafür, wann jemand vermutlich in der „midlife crisis“ war, jenen wechselvollen Jahren zwischen 40 und 44, in denen die meisten radikalen Lebensumbrüche stattfinden.

Planeten-Zyklen

Es ist kein Zufall, dass die „Jahrsiebte“ astrologisch dem Saturn-Zyklus zuzuordnen sind, der gut 28 Jahre dauert und uns alle 7 Jahre eine Art Inventur beschert. Nicht umsonst ist es „das verflixte 7. Jahr“, in dem (nicht nur) Beziehungen auf den Prüfstand kommen. Auch andere Planetenzyklen zeigen Meilensteine auf unserem Weg an, z.B. der knapp 12 Jahre dauernde Umlauf des Jupiter. Nach jeweils 3, 6, oder 9 Jahren sehen wir, was aus einem Projekt geworden ist, welche Wachstumsschübe wir durchlaufen und wo sich unser Horizont erweitert hat.
Uranus, der unser Streben nach Individualität und Unabhängigkeit anzeigt, erreicht in unserem 20.-22. Lebensjahr sein erstes Quadrat: spätestens jetzt ist für die meisten an der Zeit, flügge zu werden, das elterliche Nest zu verlassen und auf eigene Füße zu kommen.
Im Alter von ca. 41-43 Jahren steht Uranus seiner Ausgangsposition im Geburtshoroskop gegenüber. Zu dieser Zeit erfolgen die meisten „Sprünge“ in der Biografie nach dem Motto: „Will ich wirklich so weiter machen wie bisher? Oder nochmal ganz neu anfangen? Wenn, dann jetzt – oder nie!“ Mit ca. 63 Jahren erleben wir das zweite Uranus-Uranus-Quadrat, das mit dem Saturn-Saturn-Quadrat zusammenfällt – ein wichtiger Meilenstein!
Wenn sich mit Anfang 40 der Neptun im 90°-Winkel zu seinem Ausgangspunkt im Horoskop befindet, erleben wir oft eine verwirrende Zeit, in der sich vermeintliche Sicherheiten auflösen und die Grenzen verschwimmen zwischen Sein und Schein, Traum und Wirklichkeit. Evtl. bringt dies mehr Öffnung in Richtung spiritueller Ausrichtung mit sich.
Wann das Pluto-Pluto-Quadrat stattfindet, hängt vom Jahrgang ab (meist mit Ende 30, Anfang 40). Pluto als der langsamste Planet beschert uns tiefgehende, intensive Prozesse und Krisen, die uns bis an unsere Grenzen fordern, doch wenn wir Glück haben, gehen wir daraus hervor wie Phönix aus der Asche.
Je nach dem individuellen Geburtshoroskop fallen die Spitzen der Planetenrhythmen mehr oder weniger zusammen: bei manchen Menschen treten mit 42 fast zeitgleich die stärks-ten Transite von Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun auf, entsprechend heftig dürften sie ihre „midlife crisis“ spüren. Bei anderen verteilen sich die Transite gleichmäßiger über 4 Jahre von 40-44; dabei sind weniger starke Verwerfungen zu erwarten, eher eine Art organische Veränderung.
Unsere Erkenntnisse lassen sich für den weiteren Weg als wertvolle Ressource nutzen, denn wir:
• kennen Muster, die sich auf verschiedenen Ebenen gezeigt haben
• wissen, mit welchen Fähigkeiten und Strategien wir bisher Herausforderungen gemeistert haben
• haben Überblick über unsere Ressourcen
• können den roten Faden bewusst zu neuen Mustern verweben.

Blick zurück - nach vorn!

Auch nach der Standortbestimmung ist die Astrologie wunderbar geeignet als persönlicher Kompass:
• In welcher Phase des Jupiter-Zyklus befinde ich mich?
• Wann kann ich den Grundstein für das nächste Projekt legen?
• Wo stehe ich im Saturn-Zyklus? Was hat mich Saturn gelehrt?
• Wie gehe ich die „2. Meisterprüfung“ an?
• Wo fühle ich den Drang zu Aufbruch und Veränderung (Uranus)?
• Welche neuen Ideen und Impulse will ich umsetzen?

Ob wir uns nur einen Überblick verschaffen wollen oder unsere Memoiren schreiben, eines ist sicher: astrologisch unterstützte Biografiearbeit kann unsere Sicht auf unser bisheriges Leben nachhaltig erweitern und Sinnzusammenhänge aufzeigen.

Info/Kontakt:
Kerstin-Yamuna Becker
geprüfte Astrologin DAV
astrologie-als-weg@hotmail.de
Neuss, Tel. 02131-840720
www.astrologie-als-weg.de


klick hoch

Kontakt

Medientipps
Leserbriefe
Impressum

aktuelles Heft

Heft
Heft 4/2016
Seit 1997 zeigen
wir neue Wege auf.

Haftungsausschluss

Datenschutzerklärung

Copyright BALANCE ® online, 2001 - 2016

Balance-unten