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Das Herz …
unser Glücksmuskel

Wie Sie Ihr Herz zum Taktgeber für Glück und Gesundheit machen

Wie glücklich sind Sie?

Die meisten würden vielleicht antworten: „Ganz Okay“ oder: „Ich bin zufrieden“. Doch: Klingt das nach Glück? Nach Lebensfreude, Überschwang, Lebendigkeit? Wohl kaum.
Umfragen ergeben immer wieder, dass wir da noch eine Menge Luft nach oben haben. Aber wie bekommt man das hin? Bei all dem Stress, den Alltagssorgen, Leistungsdruck und Terminen…? All das zwängt uns in ein enges Korsett. Kein Wunder also, dass viele Menschen eine Sehnsucht danach entwickeln, tief durchzuatmen, zu entspannen, die Seele baumeln zu lassen – alles fernab vom Alltag und seinen Anforderungen. Doch zurück im Büro oder zu Hause beginnt der Teufelskreis von vorn…

Hand aufs Herz

Ihnen geht es doch gut? Hand aufs Herz! Wann hat Sie zuletzt etwas ganz tief im Herzen berührt? Wann hatten Sie das Gefühl, genau richtig zu sein und ihr Leben in vollen Zügen zu genießen – zu hundert Prozent und ohne Wenn und Aber?
Dauerstress und Belastungen ziehen nach sich, dass man sich von sich selbst entfernt. Die Gefühle werden angepasster, einseitiger, verblassen. Natürlich reagieren Menschen sehr unterschiedlich und individuell auf Stress. Doch es zeichnen sich in der Regel zwei Tendenzen ab: Die einen werden reizbar, nervös oder launisch. Bei den anderen zeigen sich die Gefühle nicht mehr so „bunt“. Es ist, als würde die Intensität der Gefühle nachlassen und auch die Bandbreite. Wir denken mehr und fühlen weniger. Das Leben wird flacher.

Aus dem Rhythmus geraten

Ganz unmerklich ist unser Leben aus dem Rhythmus graten. Wir sind von unserem Weg abgekommen und folgen nur noch der Autobahn, die sich Alltag nennt. Auch, wenn es sich nicht unbedingt ganz so dramatisch anfühlt, ist es doch da. Und messbar.
Ein nachweisbarer Indikator ist das Zusammenspiel von Sympathikus und Parasympathikus. Sie sind zwei „Spieler“ im vegetativen Nervensystem. Sie steuern unseren Rhythmus von Anspannung und Entspannung. Während der Sympathikus unseren Körper in Bereitschaft versetzt für Aufmerksamkeit und Aktivität, sorgt der Parasympathikus dafür, dass wir entspannen und der Körper sich erholen und regenerieren kann.

Ein ausgewogenes Wechselspiel?

Bei Dauerbelastungen gelingt diesen beiden kein ausgewogenes Wechselspiel mehr. Der Sympathikus versetzt uns dann weit über unsere Leistungsfähigkeit hinaus in Handlungsbereitschaft, während der Parasympathikus versucht, sich dagegen durchzusetzen, damit unser Körper die Regenerationszeit bekommt, die er braucht, um z.B. Giftstoffe im Körper abzubauen. Sind beide gleichzeitig aktiv, ist es so, als würde ein Autofahrer Gas geben und zeitgleich bremsen.

HRV-Messung

Man kann diesen Zustand mit einem Computerprogramm oder einem entsprechenden Biofeedbacksystem messen. Vorreiter ist dabei das Institute of HeartMath®, das eigens dafür ein Programm entwickelt hat. Dabei wird über den Puls die Herzratenvariabilität (HRV) in Echtzeit gemessen und in verständliche Werte umgerechnet. Anhand einer Kurve kann man sehen, wie harmonisch – oder eben bei Stress: wie chaotisch – Sympathikus und Parasympathikus zusammenarbeiten. Salopp ausgedrückt kann man sagen, man misst einen aktuellen Stresspegel.
Entspannung allein
reicht meist nicht

Bei Stress weist die Kurve ein abgehacktes Zickzackmuster auf, das mehr an den aktuellen Aktienkurs erinnert als an ein organisches Fließen. Wenn Sie jetzt tief durchatmen, eine Entspannungsübung machen oder meditieren, kann man zugucken, wie sich die Kurve verändert. In der Regel wird sie flacher, bleibt aber oftmals auch weiterhin gezackt. Sympathikus und Parasympathikus sind nun zwar beide weniger aktiv, aber immer noch nicht im Einklang miteinander. Das zeigt: Entspannung alleine reicht nicht.

Kohärenz bringt Harmonie ins Herz

Ziel ist es, die beiden Gegenspieler in eine ausbalancierte Harmonie zurück zu bringen. Diesen Zustand nennt man „Herzkohärenz“ oder kurz: „Kohärenz“. In diesem Zustand sind Sympathikus und Parasympathikus im Einklang und wechseln sich harmonisch ab. – Man kann das vegetative Nervensystem, also Sympathikus und Parasympathikus, nicht direkt beeinflussen. Aber es gibt einen anderen, einfachen Weg: über das eigene Herz.Dass es weit mehr ist als ein Organ, wusste bereits der Volksmund, wie viele Sprichwörter zeigen: das Herz sprechen lassen, das Herz am rechten Fleck haben u.a.m..

Unser Herz – ein starker Sender

Neueste wissenschaftliche Studien belegen, dass unser Herz und Gehirn miteinander kommunizieren. Dabei sendet das Herz mehr Informationen an unser Gehirn, als es von dort empfängt. Und genau hierin liegt die Chance, mit wenig Aufwand viel zu erreichen: Bringt man sein Herz in Harmonie, sendet es auch Harmonie an das Gehirn und damit an unseren Körper und das vegetative Nerven-system.
So kommen Sympathikus und Parasympathikus in Balance. Die harmonisierenden Impulse des Herzens haben einen großen Hebel.

Das Herz bringt Balance

Mit einfachen Übungen kann man diese Harmonie – die Kohärenz – im Herzen aufbauen. Damit wird das eigene Herz zum Taktgeber für Glück. Denn wenn der Stress nachlässt, wird die Kraft und Energie frei, mit der wir tun können, was uns entspricht. Hinzu kommt, dass wir wieder unsere innere Stimme, die Intuition wahrnehmen können. Wir spüren und wissen wieder, wer wir wirklich sind und was uns entspricht.

Übung Herzatmung

Diese Übung empfiehlt die Autorin zum Einstieg in das Thema. Damit kann man Herzkohärenz erreichen und Harmonie in das Herz bringen. Dabei geht es erst einmal darum, „nur“ zu atmen und die Aufmerksamkeit auf das eigene Herz zu richten. Machen Sie sich keinen Druck! Die Übung soll Freude machen, dann stellt sich ein kohärenterer, balancierterer Zustand nach und nach von selbst ein.
Es kann sein, dass Sie zunächst keine großen Veränderungen spüren oder wahrnehmen können, aber machen Sie weiter. Die Übung wirkt trotzdem. Achten Sie auf kleine Veränderungen in Ihrem Leben. Vielleicht fällt Ihnen Ihre Arbeit leichter oder Sie kommen auf neue Ideen oder auf eine kreative Lösung für ein Problem.
Die Herzatmung können Sie zu jeder Zeit ausführen. Um schnell zur Ruhe zu gelangen, ist sie vor dem Schlafengehen besonders zu empfehlen.

Schritt 1: Nehmen Sie eine für Sie bequeme Haltung ein und sorgen für einen Moment der Ruhe, vor allem beim ersten Mal.

Schritt 2: Lenken Sie Ihre Wahrnehmung auf die Atmung. Nehmen Sie Ihren Atem bewusst wahr und lassen Sie die Luft ganz natürlich strömen. Es kann sein, dass Ihnen jetzt viele Gedanken durch den Kopf gehen. Genauso können auch Gefühle auftauchen. Lassen Sie beides zu und unterdrücken Sie sie nicht. Bleiben Sie im Fluss und atmen einfach weiter. Nehmen Sie Ihre Gedanken und Gefühle einfach nur wahr. Lassen Sie sich nicht von Ihren Gedanken oder Gefühlen „einfangen“. Betrachten Sie sie, als wären Sie Zuschauer in einem Kinofilm.

Schritt 3: Legen Sie beide Hände mittig auf die Brust und lenken Sie Ihre Aufmerksamkeit auf Ihr Herz. Stellen Sie sich vor, Sie würden durch ihr Herz atmen. Damit verstärken Sie die natürlichen Prozesse im Körper. Vielleicht atmen Sie dabei etwas langsamer und tiefer als gewöhnlich. Verbleiben Sie für einige Minuten bei dieser Atmung und bei Ihrem Herzen.

Schritt 4: Richten Sie nun wieder Ihre Aufmerksamkeit auf die Umgebung, um die Übung zu beenden.

So machen Sie Ihr Herz zum Taktgeber Ihres Glücks

Machen Sie die Herzatmung ruhig mehrmals am Tag, so kann sich daraus eine Gewohnheit entwickeln – eine Gewohnheit, durch die Sie sich gerade im Alltag, und sei es nur für einen Moment, in die Herzkohärenz bringen können. Das kann Ihnen das Leben enorm erleichtern. Es könnte beispielweise sein, dass Sie bestimmte Situationen nicht mehr belasten oder dass Sie anfangen, andere Entscheidungen zu treffen, die ihrem Leben eine neue, glücklichere Richtung geben. Es sind meist die vielen kleinen Schritte, die unser Leben nachhaltig verändern.

Erweitern Sie ihren emotionalen Farbkasten

Negative Gefühle wie Ängste, Sorgen, Wut, Trauer belasten uns und können zu Stress führen. Mit der Herzatmung haben Sie ein Allzweckmittel zur Hand, mit dem Sie dem entgegenwirken können. So einfach die Übung klingt, so effektiv ist sie. Denn in einem Zustand der Herzkohärenz kommen nicht nur die Gegenspieler des Nervensystems in Balance, sondern auch unsere Emotionen. Sind wir beispielweise wütend oder traurig, sind wir genervt, gereizt oder frustriert: die Herzatmung bringt wieder Farbe ins Leben. Und wem das noch nicht genügt: Kohärenz klärt unsere Gedanken.
Gehen Sie zurück auf Los

Haben Sie schon mal versucht, von einer miesen Stimmung sozusagen „auf Knopfdruck“ in eine leichte, gute Stimmung zu kommen? Hat es geklappt? Nein? Kein Wunder! Und damit sind Sie nicht allein. Denn üblicherweise geht das auch gar nicht. Zwischen „himmelhochjauchzend“ und „zu Tode betrübt“ liegen schlicht und einfach Welten. Um aus einer schlechten Stimmung und negativen Gefühlen heraus zu kommen, hilft es, erst einmal in eine neutrale, emotionale Position zu kommen. Sie gehen quasi zurück auf „Los“. Auch dabei unterstützt Sie die Herzatmung. Ist ihr Herz kohärent, wird die emotionale Ladung einer schlechten Stimmung oder einer belastenden Situation geringer. Sie sind weniger gefangen in den negativen Emotionen und freier, sich auf andere, positive Gefühle einzulassen.

Probieren Sie es aus!

Stress reduziert unsere Fähigkeit, viele verschiedene Gefühle zu spüren. Besonders die Bandbreite und Intensität positiver Gefühle wird stark reduziert. Um Sie auf eine erweiterte „Farbpalette“ an positiven Emotionen neugierig zu machen und einzustimmen, hat die Autorin folgende Fragen zusammengestellt, die Herz und Geist öffnen.

7 Fragen, um den emotionalen Farbkasten zu erweitern:

• Was berührt mein Herz?
• Was wünsche ich mir?
• Wobei wachsen meine positiven Gefühle?
• An welchen Tätigkeiten empfinde ich Freude?
• Welches Umfeld begeistert mich?
• Welche Gefühle will ich haben?
• Welche Gefühle brauche ich, um glücklich zu sein?

Was haben Lamas mit dem Glücksmuskeltraining zu tun?

Manchmal braucht man Unterstützung, um aus dem Hamsterrad negativer Gefühle und Gedanken heraus zu kommen. Am Anfang kann es sein, dass es nicht so leicht fällt, in die Herzkohärenz zu kommen. Zu groß sind Stress und Anspannung, zu intensiv die Gefühle. Hier kommt die Natur- und Tierwelt ins Spiel. Denn darin steckt eine Heilkraft, die uns im Herzen berührt. Über die positive Kraft von Pflanzen und Tieren gibt es ebenfalls erste Erkenntnisse aus neuen, wissenschaftlichen Studien, die die Autorin als Sport- und Bewegungstherapeutin auf Basis von mehr als 20 Jahren Berufserfahrung nur bestätigen kann.

Warum ausgerechnet Lamas?

Lamas sind sanfte, freundliche und selbstbewusste Tiere. Es scheint, als würden sie uns mit ihren großen, dunklen Augen direkt ins Herz schauen. Ihres ist zweieinhalb Mal so groß wie das unsere und durch ihre wohlwollende, offene Art sind sie wahre Herzensöffner.

Das LAMA-Prinzip

Das tibetische Wort „Lama“ bedeutet „Lehrer“ oder „Meister“. Und auch wenn Lamas nicht aus Tibet stammen, haben sie doch eine leichte charakterliche Ähnlichkeit mit dem Dalai Lama: sie begegnen Menschen freundlich, sanftmütig und mit einem offenen Herzen. Diese südamerikanischen Tiere sind großartige Lehrer dafür, auch als Lastentier immer entspannt zu sein und sich von Ängsten nicht aufhalten zu lassen. Daraus ergibt sich das „LAMA-Prinzip“. Es bedeutet: „Lebe achtsam, mutig und authentisch!“

Lebe achtsam!

Lamas sind sehr freundliche, aufmerksame und höfliche Tiere. Sie wahren stets eine feinfühlige Distanz. Man kann von ihnen gleichzeitig Respekt und Verbundenheit lernen.

Lebe mutig!

Wenn Lamas erschrecken, machen sie einen Satz zur Seite. Doch dann schauen sie sich vorsichtig, aber genau die Ursache an. Machen Sie es wie ein Lama und blicken Sie mutig nach vorne.

Lebe authentisch!

Lamas haben einen eigenen Kopf und lassen sich nicht mit Heu bestechen. Wenn sie zu schwere Lasten tragen sollen, setzen Sie sich einfach hin. Vielleicht sollten auch wir das öfter machen: Spüren, wann uns etwas zu viel wird und danach handeln.

Beate Pracht

Das Buch zum Thema:
Beate Pracht
Das Herz, unser Glücksmuskel
Integral Verlag 2015
€ 16,99, ISBN 978-3-7787-9261-2

Weitere Informationen unter:
www.prachtlamas.de
www.beate-pracht.de

Die Übung „Herzatmung“ können Sie in voller Länge kostenfrei hier nachlesen: www.beate-pracht.de/herzatmung


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