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Editorial Ausgabe 2/2008 

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

herzlich willkommen zur Aprilausgabe Ihrer BALANCE.

Schon immer haben mich die Wechsel der Jahreszeiten fasziniert, aber besonders liebe ich den Frühling.

„An sich ist nichts weder gut noch böse. Das Denken macht es erst dazu.“ sagte schon William Shakespeare. Das ist u.a. auch die Aussage von Byron Katie, die The Work ins Leben rief (wir berichteten darüber). Und das ist auch genau das, was uns die Natur lehrt.

Keine Pflanze hat Angst, wenn sie im Herbst ihre Blätter verliert oder gar ganz verschwindet. Ganz selbstverständlich lässt sie sich auf den Fluss des Lebens ein. Im Herbst „geht“ sie, um im Frühling zu neuem Leben zu erwachen. Keinerlei Anstrengung ist dabei, kein Bemühen, kein Vergleichen. Keine Tulpe macht sich Gedanken darüber, dass die Narzisse „schneller“ ist als sie, keine Tanne, dass sie im Frühling nicht so bezaubernd aussieht, wie eine in voller Blüte stehende Magnolie.

Das Denken, und damit das Werten und Bewerten, das Urteilen und Verurteilen, das Zweifeln und Vergleichen, das ist uns Menschen vorbehalten. Und auch der Schmerz, der damit einhergeht.

Eigentlich ist es ein Witz, dass wir uns nicht, genauso wie Flora und Fauna, einfach vom Leben tragen lassen können. Denn das, worauf wir uns immer wieder berufen und worauf wir bauen – unser Verstand also – ist im Grunde nichts weiter als eine simple Festplatte, die mit allen möglichen Informationen beschrieben wurde, die immer wieder abgerufen werden. Das zum Teil auch sinnvoll, doch anstatt diese Informationen lediglich zu nutzen und dennoch unserem Herzen zu folgen, haben wir unser Leben diesem „Computer“ völlig anvertraut.

Ganz selbstverständlich denken wir „Ich bin der bzw. die“. Aber wäre unser „Ich-Gefühl“ dasselbe, wären wir als Babys vertauscht worden und unter anderen Bedingungen, z.B. in einer anderen Kultur aufgewachsen? Im Inneren müssten wir auch dann dieselben sein, aber würde das auch für unsere Überzeugungen oder unser Rechtsempfinden gelten? Wie würden wir denken, fühlen, handeln?

Als wir ca. zwei Jahre alt waren, haben wir noch nicht einmal unser eigenes Spiegelbild erkennen können, und ungefähr in dieser Zeit erlernten wir erst den Begriff „Ich“ (nicht ohne Grund spricht man instinktiv mit kleinen Kindern in der dritten Person). Also haben wir alles, was wir zu sein glauben, erlernt. Aber kann man denn etwas sein, was man erlernt hat?

Diese Frage können die Artikel, die wir dieses Mal für Sie ausgewählt haben, zwar nicht beantworten, aber sie können unser Denken verändern, Gewohntes in Frage stellen und uns nicht nur neue Wege aufzeigen sondern auch solche, die wir nur vergessen haben.

Ich wünsche Ihnen eine angenehme und inspirierende Lektüre.

Herzlichst
Ihre

Anke Schmitz

Anke Schmitz  

 

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