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Editorial Ausgabe 2/2010 

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

herzlich willkommen zur Aprilausgabe Ihrer BALANCE.
Nach einem langen, kalten Winter hält der Frühling nun auch bei uns wieder Einzug, und dass er es erst so spät tat, war in den letzten Wochen und Monaten für viele das Gesprächsthema schlechthin. Wohin ich auch kam, überall jammerten die Menschen über die Temperaturen, obwohl es die meiste Zeit über trocken war und oft  sogar die Sonne von einem wolkenlosen Himmel schien.

Was war also verkehrt? Das Wetter an sich oder das Auflehnen dagegen?

Als ich die Gespräche beim Bäcker, auf dem Markt oder im Restaurant so ‚belauschte‘, musste ich immer wieder an Byron Katies Worte denken: ‚Es gibt drei Angelegenheiten – deine, die der anderen und Gottes Angelegenheiten (hierzu gehört beispielsweise das Wetter). Und wenn du dich in irgendwelchen Angelegenheiten außer deinen eigenen aufhältst, leidest du zwangsläufig.‘

So oft wie sinnlos lehnen wir uns gegen das auf, was gerade ist und bemerken dabei gar nicht, wie viel Kraft uns das raubt.

Statt sehen zu können, wie gut es uns geht – dass wir leben, gesund sind, Freunde haben, auf die wir uns verlassen können und Menschen um uns herum, die uns und die wir lieben, richten wir unseren Fokus dennoch immer wieder auf das Negative. – Warum ist das so?

‚Wir lieben unser Drama‘ sagt Samarpan oft in seinen Satsangs. Auch an diese Worte musste ich in den vergangenen Wochen oft denken.

Denn obwohl ein Teil in uns sich wünscht, es möge ‚geradeaus gehen‘, sehnt sich ein anderer Teil nach Spannung – ganz so, als wäre unser Leben ein Krimi, bei dem wir auch nicht wissen möchten, wie er ausgeht.

Genauso, wie wir uns einen Film ansehen, der uns in seinen Bann zieht, wollen wir auch unser Leben: mitsamt aller Höhen und Tiefen, mitsamt aller Ungewissheit, mitsamt Zittern, Bangen und Bibbern und auch mitsamt Schmerz und Traurigkeit, weil wir erst dadurch die Freude und das Glück so richtig genießen können.

Ab der Lebensmitte etwa scheint sich oft das Verhältnis zugunsten der schmerzhaften Empfindungen umzukehren. Und daran ist genauso wenig etwas verkehrt wie das Wetter.

Denn der nun – vermeintlich plötzlich vermehrt auftauchende Schmerz – konfrontiert uns nicht mit etwas Neuem, sondern lediglich mit dem, was schon lange in uns ist, wozu wir nur keine Zeit fanden, uns damit auseinanderzusetzen.

Nutzen wir den Frühling also nicht nur für den Frühjahrsputz, sondern vor allem dazu, in uns selbst aufzuräumen, auf dass wir zu einem Leben finden, in dem wir uns unserer Dramen mit einem Lächeln bewusst sind und sie genauso zu lieben lernen, wie das Leben und uns selbst!

Herzlichst
Ihre

Anke Schmitz

Anke Schmitz

 

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