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Editorial Ausgabe 4/2010 

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

herzlich willkommen zur Sommer-Ausgabe Ihrer BALANCE. Obwohl dies die August-Ausgabe ist, ist es gut möglich, dass Sie das Heft schon im ersten Juli-Drittel in den Händen hielten. Wegen der Schulferien in Nordrhein-Westfalen haben wir den Druck vorgezogen, um die Verteilerstellen schon ab dem 9. Juli beliefern zu können.

Daher schreibe ich diese Zeilen ungewöhnlich früh ... bei brütender Hitze während des Viertelfinalspiels Deutschland gegen Argentinien.

Eigentlich interessiere ich mich gar nicht für Fußball, doch seit 2006 locken Länderspiele so manchen Fußballmuffel vor den Fernseher oder zum ‚Rudelgucken‘.

Die letzte Weltmeisterschaft, die 2006 hier in Deutschland stattfand, hat viel bewegt. Obwohl uns rational zwar klar war, dass uns keine Schuld an den Geschehnissen des zweiten Weltkriegs traf – schließlich waren die meisten damals noch nicht einmal geboren – steckte dennoch mehr als ein halbes Jahrhundert lang subtil Scham in uns.

Das änderte sich im Sommer 2006. Es war, als wären wir von dem Makel befreit worden, der so lange an uns gehaftet hatte. Endlich wurden wir weltweit wieder anerkannt. Endlich brauchten wir uns unserer Herkunft nicht mehr zu schämen. Endlich durften wir stolz darauf sein, Deutsche zu sein.

Nicht der Erfolg unserer Nationalelf war es, der die Menschen hierzulande so glücklich machte, sondern das Gefühl der kollektiven nationalen Befreiung, das damit einherging.

Kaum einem wird das subtile Schamgefühl bewusst gewesen sein. Wir sind ja damit groß geworden und kannten es daher nicht anders.

An diesem Beispiel wird deutlich, dass Gefühle nicht einfach ‚weg‘ sind, nur weil wir uns ihrer nicht bewusst sind. Nichts von dem, was wir je verdrängt oder unterdrückt haben, ist es – kein Schuldgefühl, keine Verletzung, kein Schmerz, kein Gefühl der Angst oder Wut, keine noch so alten und in Vergessenheit geratenen Wunden. Im Gegenteil bestimmen sie unser Denken, Fühlen und Handeln bis heute.

Meist sind es die unseres inneren Kindes, denn gerade als Kinder mussten wir viele unserer Gefühle unterdrücken, da unser Überleben davon abhing, geliebt zu werden.

Umso wichtiger ist es, diesen Gefühlen heute Raum zu geben und damit den Wunden des Kindes in uns die Gelegenheit zu heilen.

Fühlen heilt. Verzeihen heilt. Und vor allem Liebe heilt! Doch nicht die, die wir nur allzu oft erfolglos im Außen suchen, sondern die in uns selbst.  Mit ihr können wir unsere alten Wunden heilen, die Vergangenheit hinter uns lassen und zu einem freien, selbst bestimmten und glücklichen Leben finden.

Ich hoffe, dass auch die Artikel dieser Ausgabe dazu beitragen werden und wünsche Ihnen einen herrlichen Sommer!

Herzlichst
Ihre

Anke Schmitz

Anke Schmitz

 

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