Balance1
Balance2

Editorial Ausgabe 5/2010 

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

zur Herbst-Ausgabe Ihrer BALANCE heiße ich Sie herzlich willkommen.

An den Artikel über das Jahr des Tigers, den wir Anfang des Jahres veröffentlicht haben, muss ich seitdem häufig denken. Ja, dies ist ein Jahr der Bewegung, das steht außer Frage.

Für viele Menschen stellt es eine große Herausforderung dar. Da ist nicht nur die anhaltende Wirtschaftskrise, die trotz anders lautender Prognosen so manches Portemonnaie nicht voller werden lässt. Da ist auch noch etwas anderes, etwas nicht so ‚Messbares‘. – Das Leben selbst scheint sich zu ändern, scheint direkter, unmittelbarer geworden zu sein.

Werte bröckeln oder verändern sich. Gewohntes steht auf dem Prüfstand. Bewährtes erweist sich als untauglich. Aber hat sich das vermeintlich Bewährte denn überhaupt  je bewährt oder halten wir es lediglich für bewährt, weil es uns vertraut ist? Sind die Werte, die wir für unsere halten, auch wirklich unsere eigenen, oder haben wir sie nur übernommen?

Für mich war es beispielsweise fast mein ganzes Leben lang selbstverständlich, mich aufzuopfern. Das hatte schon meine Mutter getan und deren Mutter auch. In meinen Augen war Aufopferungsbereitschaft eine Tugend und gehörte zum Bild einer fürsorglichen Mutter so zwangsläufig mit dazu, dass ich so etwas wie Selbstliebe sogar für schieren Egoismus hielt.

Es dauerte lange, sehr lange, bis ich begriff, dass ich auf dem Holzweg war. Denn zunächst klammerte ich mich vehement an das, was ich für bewährt hielt. Erst als ich erkannte, dass ich nicht an Bewährtem, sondern nur an Gewohntem festhielt, stellte ich fest, dass sich Aufopferung auch in den Generationen vor mir noch nie bewährt, sondern im Gegenteil immer nur viel Schmerz und Leid bedeutet hatte.

Es scheint, als würde es im Jahr des Tigers nicht mehr so lange dauern, bis wir ‚wach‘ werden und erkennen, wo wir uns etwas vormachen, wo wir uns untreu sind, nur damit wir im vertrauten Fahrwasser bleiben können oder wo wir übernommene Werte und Vorstellungen für eigene halten.

Immer mehr Menschen wollen selbstbewusst im wörtlichen Sinne des Wortes werden: sich ihrer selbst bewusst. Und dafür sind sie bereit, ‚in den Spiegel‘ zu schauen, auch wenn ihnen das, was sie da zu sehen bekommen, zunächst nicht gefällt. Doch erst, wenn wir uns zu sehen trauen, wie wir wirklich sind und uns so liebevoll annehmen können, können wir wirklich selbstbewusst sein – und damit glücklich und innerlich frei. Und dann beginnt eine spannende Abenteuerreise zu uns selbst, denn ich bin davon überzeugt, dass wir nie aufhören werden, etwas Neues an uns zu entdecken.

Ich hoffe, dass wir Sie mit dieser Ausgabe ein Stück Ihres Weges begleiten dürfen und wünsche Ihnen eine ‚bewegende‘ Lektüre.

Herzlichst
Ihre

Anke Schmitz

Anke Schmitz

 

klick hoch

Kontakt

Medientipps
Leserbriefe
Impressum

aktuelles Heft

Heft
Heft 4/2016
Seit 1997 zeigen
wir neue Wege auf.

Haftungsausschluss

Datenschutzerklärung

Copyright BALANCE ® online, 2001 - 2016

Balance-unten