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Editorial Ausgabe 1/2012 

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

zur ersten BALANCE®-Ausgabe im Jahr 2012 möchte ich Sie ganz herzlich begrüßen. Dass sie sich Ihnen wieder mit einem Naturfoto auf dem Cover präsentiert, ist kein Zufall, denn damit sind wir Ihrem Wunsch nachgekommen, den Sie uns in zahlreichen Anrufen und Mails an uns herangetragen haben.

Für Ihr Feedback möchte ich ganz herzlich bedanken und bitte Sie, uns Ihre Wünsche, Kritik und Anregungen auch weiterhin mitzuteilen, denn es ist dieses Miteinander, das unser Magazin lebendig macht.

Neulich sagte ich eine Verabredung ab, weil mir danach war, allein zu sein. „Ist alles in Ordnung oder muss ich mir Sorgen machen?“, fragte meine Freundin daraufhin und ich stellte überrascht fest, dass mir diese Frage Unbehagen verursachte. Denn ich hatte sie bestimmt schon hundert Mal gehört, vor allem von meiner Mutter, wenn ich mit dem Auto unterwegs gewesen war. Und meinen Kindern hatte ich sie auch schon X mal gestellt: „Rufst du kurz an, wenn du zu Hause bist, damit ich mir keine Sorgen machen muss?“

Mein plötzliches Unbehagen ließ mich diese Frage, die ich mein ganzes Leben lang als völlig ‚normal‘ empfunden hatte, erstmals hinterfragen. Zunächst fiel mir auf, wie unsinnig schon die Formulierung ist: „damit ich mir keine Sorgen machen muss“. Als ob der andere uns durch sein Tun und (Unter)lassen, dazu zwingen würde, uns Sorgen zu machen. Mehr noch, als wäre er daran Schuld, wenn wir uns sorgen.

Sich um jemanden zu sorgen, gilt gemeinhin als Zeichen von Zuneigung und Aufmerksamkeit. Wohl deshalb war ich auch so überrascht, dass ich mich unbehaglich fühlte, obwohl meine Freundin es zweifelsfrei gut gemeint hatte. Doch mit ihrer Sorge tat sie mir nicht gut, genauso wenig wie ich meinen Kindern gut tue, wenn ich sie bitte, sich nach einer längeren Autofahrt bei mir zu melden.

Sorge engt ein. Wenn ich mich um meine Kinder sorge, signalisiere ich ihnen nicht, wie viel sie mir bedeuten, sondern setze sie unter Druck.

Mir das einzugestehen, war zunächst nicht leicht. Gerade wenn uns unsere Ängste als ‚Liebe getarnt‘ begegnen, fällt es uns schwer, sie zu erkennen. So lag der Sorge um meine Kinder eine Verlustangst zugrunde, die viel älter ist als sie. – Um Verlustängste und die ihnen zugrunde liegenden Ängste geht es auch in dem Artikel „Wenn Partner fremdgehen“. In ihm zeigt Robert Betz auf, welch Geschenk gerade in Situationen liegt, die uns am meisten weh tun. Denn dann werden unsere alten Wunden berührt, die wir nur heilen können, wenn wir sie kennen.

Wie wir zu einem innerlich freien und körperlich gesunden Leben finden können, darum geht es auch in den anderen Beiträgen dieser Ausgabe.

Ich wünsche Ihnen eine angenehme Lektüre.

Herzlichst
Ihre

Anke Schmitz

Anke Schmitz

 

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