Balance1
Balance2

Editorial Ausgabe 5/2013 

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

zur diesjährigen Herbst-Ausgabe heiße ich Sie ganz herzlich willkommen. Ich hoffe, Sie konnten den herrlichen Sommer genießen und sich gut erholen.
Ich war mit dem Wohnmobil an der wunderschönen Ostseeküste unterwegs, wo mir eine Mitreisende Backgammon beibrachte. Augenblicklich war ich Feuer und Flamme für das Spiel. Wieder zu Hause wollte ich unbedingt weiter lernen und mich mit den zahlreichen möglichen Taktiken vertraut machen. Deshalb spielte ich in Ermangelung realer Spielpartner mitunter online.
Als ich noch übte, war es mir einerlei, wenn ich verlor. Doch je mehr ich
dazu lernte und je besser ich wurde, desto mehr ärgerte ich mich darüber, wenn meine Mitspieler durch reines Würfelglück gewannen, obwohl ich gut gespielt hatte.
Es dauerte eine ganze Weile, bis ich begriff, was da in mir vorging und ich erinnerte mich an das Buch „Traumfänger“ von Marlo Morgan, das ich vor vielen Jahren gelesen und das mich sehr berührt hatte. In ihm schildert die Amerikanerin die Zeit, die sie als Gast bei den Aborigines verbringen durfte. Sie lernte viel über deren Traditionen und Lebensgewohnheiten und wollte ihnen auch etwas aus der amerikanischen Kultur nahebringen. Hierfür wählte sie sportliche Wettkämpfe. Die Aborigines erlernten die Spiele zwar, konnten sich aber überhaupt nicht vorstellen, worin der Spaß liegen sollte. Denn gemäß ihrer Tradition machen nur Spiele Spaß, an denen alle Freude haben.
Sich über einen Sieg zu freuen, der zwangsläufig die Niederlage und Enttäuschung eines anderen mit sich brachte, lag schlicht außerhalb ihres Vorstellungsvermögens.
Mir wurde bewusst, wie sehr unsere Muster und ‚Programme‘ unser Denken und Fühlen bestimmen. Sie laufen vollkommen autoaktiv ab und wenn wir sie nicht hinterfragen, sind wir ihnen hilflos ausgeliefert. So lief bei mir zunächst völlig unbemerkt das Programm ‚Sieg‘ und machte es mir unmöglich, ein spannendes Spiel zu genießen. Dass ich mich über den soundsovielten Pasch des Gegners ärgerte, lag nicht an den Paschs, nicht am Spiel und schon gar nicht am Gegner, sondern allein an meiner ‚Programmierung‘.
Wir alle haben viele solcher Programmierungen, die uns wie ferngesteuert denken, fühlen und handeln lassen. ‚Sieg-Programme‘ gehören dabei sicherlich zu den harmlosesten. Andere hingegen katapultieren uns wieder und wieder in Situationen, in denen wir schmerzhafte Erfahrungen machen.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie wir uns aus unseren Glaubens- und Verhaltensmustern befreien können. Über einige von ihnen berichten wir in dieser Ausgabe und ich hoffe, dass die dabei ist, die auch Ihr Leben leichter macht.


Herzlichst
Ihre Anke Schmitz

Anke Schmitz

 

klick hoch

Kontakt

Medientipps
Leserbriefe
Impressum

aktuelles Heft

Heft
Heft 4/2016
Seit 1997 zeigen
wir neue Wege auf.

Haftungsausschluss

Datenschutzerklärung

Copyright BALANCE ® online, 2001 - 2016

Balance-unten