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Editorial Ausgabe 6/2013 

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

herzlich willkommen zur aktuellen Dezember-Ausgabe Ihrer BALANCE, die mit zahlreichen interessanten Beiträgen auf Sie wartet.
Im letzten Monat jährte sich der Todestag meiner Mutter zum vierten Mal. Wir hatten ein sehr inniges Verhältnis zueinander und sie fehlt mir noch immer. Als ich ihr Foto betrachtete und mich daran erinnerte, wie sehr ich sie geliebt hatte, fiel mir auf, dass an diesem Gedanken etwas nicht stimmte. Unzählige Male habe ich mich schon an meine Liebe an sie erinnert, doch erstmals bemerkte ich, dass mit dem Tod meiner Mutter die Liebe zu ihr keinesfalls mit gestorben war. Obwohl ich es die ganze Zeit über empfunden hatte, war mir dennoch nicht bewusst, dass das Gefühl keine bloße Erinnerung, sondern noch immer höchst lebendig in mir war. Ich habe meine Mutter nicht nur in der Vergangenheit geliebt. Nein, ich liebe sie noch immer, obwohl sie tot ist. Liebe überdauert tatsächlich den Tod! – Was für eine Erkenntnis.
Da fiel mir etwas ein, das ich einen weisen Mann vor mehr als zehn Jahren habe sagen hören. Kurz vor der Hochzeit hatte sich seine Verlobte in seinen besten Freund verliebt und die Hochzeit abgesagt. Zunächst fiel er in ein Loch, erkannte aber wenig später, dass das Ende der Beziehung nicht das Ende der Liebe bedeuten musste, die er für seine Ex-Verlobte noch immer empfand und entschied sich dafür, die Liebe in seinem Herzen zu bewahren. Später war er sogar Trauzeuge und erfreute sich völlig neidlos am Glück der beiden.
Damals fand ich diese Haltung zwar generös, war aber meilenweit davon entfernt, selbst so denken und fühlen zu können. Wie die meisten Menschen hatte auch ich nicht gelernt, Liebe und Erfüllung in mir selbst zu suchen. Stattdessen suchte ich im Außen danach, doch nichts im Außen kann uns satt machen, wenn wir innerlich hungern. Zudem ist das Glück, das wir durch andere finden, sehr fragil, denn es kann uns jederzeit genommen werden.
Wenn ich an so manchen durchstandenen Liebeskummer zurückdenke, dann frage ich mich nun, was wohl gewesen wäre, hätte ich die Liebe auch in meinem Herzen bewahren können, wie der weise Mann es getan hatte, anstatt sie daraus zu verbannen. Und noch schwerer wiegt die Frage: Ist das Schmerzhafte an Liebeskummer womöglich gar nicht, was uns der/die andere angetan hat, sondern dass wir unser Herz verschließen und uns dadurch von der Liebe in uns abschneiden?
Weihnachten steht vor der Tür und damit das Fest der Liebe. Nutzen wir es, um unsere Herzen wieder für die Liebe zu öffnen.
Ich wünsche Ihnen besinnliche und erholsame Feiertage und einen guten Rutsch in ein glückliches und erfülltes Jahr 2014.


Herzlichst
Ihre Anke Schmitz

Anke Schmitz

 

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