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Editorial Ausgabe 2/2014 

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

herzlich willkommen zur Frühjahrsausgabe Ihrer BALANCE, in der Sie viele interessante Beiträge erwarten.
Mit Anfang zwanzig verliebte ich mich in einen ganz besonderen Mann. Mit seinem Charme, seiner Intelligenz, seinem Humor und seiner Wortgewandtheit beeindruckte er nicht nur mich, sondern zog auch viele andere Menschen in seinen Bann.
Er war nur wenig älter als ich, dennoch verfügte er – ganz im Gegensatz zu mir – über ein solch unerschütterliches Selbstbewusstsein, dass ihn nichts und niemand einschüchtern konnte. Auf Partys war er stets ein gern gesehener Gast. Die Menschen, überwiegend Frauen, umringten ihn nur so, hingen an seinen Lippen und lauschten begeistert seinen Erzählungen.
Dass er sich gegen all die anderen Frauen für mich entschieden hatte, schmeichelte mir so sehr, dass ich meine innere Stimme unterdrückte. Sie warnte mich, dass mit ihm etwas nicht stimmte, doch ich wollte ihr keinen Glauben schenken.
Im Laufe der Zeit kam ich jedoch nicht umhin, mir einzugestehen, dass mich mein Bauchgefühl nicht getrogen hatte. Solange ich ihn bedingungslos bewunderte, war er so nett und charmant wie eh und je, doch wehe ich übte auch nur die leiseste Kritik, dann verwandelte er sich förmlich in einen anderen Menschen.
Ja, ich hatte mich in einen ganz besonderen Menschen verliebt: in einen Psychopathen. Das wusste ich damals allerdings nicht und tat genau das Verkehrte, indem ich in meiner Opferrolle verharrte und hoffte, dass er sein Fehlverhalten eines Tages einsehen würde. Doch Psychopathen kennen keine Empathie oder Reue. Rational können sie Zusammenhänge zwar erfassen, aber sie empfinden nichts. Deshalb handelte es sich bei den Entschuldigungen meines Freundes auch nur um Lippenbekenntnisse, die keine Veränderung seines Verhaltens nach sich zogen.
Nur etwa die Hälfte der Psychopathen hierzulande fällt auf und landet im Gefängnis. Die anderen, so wie mein damaliger Freund, sind charmant und beruflich oft sogar sehr erfolgreich, weshalb die Menschen in ihrem Umfeld gar nicht auf den Gedanken kommen, es mit einem kranken Menschen zu tun zu haben. Vielleicht leiden ja auch Sie unter einem psychopatischen Kollegen, Chef oder Partner?
Wer weiß, wie meine damalige Beziehung verlaufen wäre, hätte ich schon damals Bärbel Mechler gekannt. Erfahren Sie in dem Interview, das Sie ab Seite 22 lesen können, warum in der Begegnung mit Psychopathen sogar eine Chance liegen kann.
Selbstverständlich hält diese BALANCE-Ausgabe noch viele weitere Beiträge für Sie bereit – informative, kritische, nachdenklich stimmende und neugierig machende.
Ich hoffe, dass auch für Sie genau der Richtige mit dabei ist und wünsche Ihnen eine angenehme Lektüre.


Herzlichst
Ihre Anke Schmitz

Anke Schmitz

 

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