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Editorial Ausgabe 4/2015 

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

zur aktuellen Winter-Ausgabe, die mit zahlreichen, interessanten Beiträgen rund um die Themen Gesundheit, Selbstfindung und Glück auf Sie wartet, begrüße ich Sie ganz herzlich.
Vor einigen Wochen verfolgte ich bei einem Restaurantbesuch unfreiwillig ein Gespräch dreier Männer am Nachbartisch, das so erregt geführt wurde, dass es unüberhörbar war. Es drehte sich um das „Flüchtlingsproblem“ und man war sich einig: Die nehmen uns die Arbeitsplätze weg, die bedrohen unsere Frauen, die kommen nur, um zu schmarotzen, Merkel schafft es nie, das Problem in den Griff zu bekommen, die Grenzen müssen dicht gemacht werden, die Kosten werden zu unseren Lasten gehen, garantiert werden wegen denen die Renten und Sozialleistungen gekürzt usw. usf.
Die Debatte wurde immer hitziger und an die Lektüre meines Buches war nicht mehr zu denken. Während ich zwangläufig also auch weiterhin zuhörte, fiel mir mehr und mehr auf, dass nicht eines der aufgeführten Argumente unmittelbar etwas mit den Flüchtlingen zu tun hatte, sondern lediglich Ausdruck der ureigenen Ängste der drei Männer zu sein schien – der Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes, der Angst davor, dass das „soziale Netz Deutschland“ sie eines Tages womöglich nicht mehr auffangen kann und sie in Armut leben müssen, der Angst davor, dass die, an die sie die Verantwortung für ihr Leben abgegeben haben, nicht klug entscheiden. Auf einen Nenner gebracht ging es also um die Angst vor Kontrollverlust und davor, zu kurz zu kommen.
Dabei betrafen die Argumente noch nicht einmal die persönliche Situation der Beteiligten, denn alle hatten einen sicheren Arbeitsplatz und lebten in finanzieller Sorglosigkeit. Weshalb ereiferten sie sich also so?
Vermutlich schwelten alle möglichen Ängste schon lange in ihnen und nun hatten sie endlich ein Ventil, um den angestauten Druck loszuwerden und reichlich Schuldige, denen sie ihr Dilemma in die Schuhe schieben konnten.
Doch wem ist damit geholfen, wenn wir so denken? Den Flüchtlingen sowieso nicht, aber auch nicht denen, die so denken. Das Sprichwort „Wenn du mit dem Zeigefinger auf andere zeigst, zeigen drei Finger auf dich“, bewahrheitet sich auch hier. Alles, was uns trifft, betrifft uns auch. Machen wir uns also bewusst, wie es in uns aussieht! Nur so können wir herausfinden, was wir im Herzen wirklich wollen und was uns im tiefsten Inneren glücklich macht. Sind wir es, stellen sich Fragen nach Kontrollverlust oder zu kurz Kommen erst gar nicht. Dann können wir vielmehr aus dem Vollen schöpfen und mit Klarheit agieren, ganz gleich, um welche Lebenssituation es sich handelt.
Ich wünsche Ihnen eine angenehme Lektüre, eine besinnliche Adventszeit, ein schönes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch in ein glückliches und erfülltes Neues Jahr.

Herzlichst
Ihre Anke Schmitz

 

Anke Schmitz

 

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