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Editorial Ausgabe 1/2016 

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

zur ersten BALANCE-Ausgabe in diesem Jahr heiße ich Sie herzlich willkommen und verspreche Ihnen eine abwechslungsreiche und informative Lektüre.
Neulich sah ich im Fernsehen einen außergewöhnlich spannenden Thriller. Jeder schien als Täter in Frage zu kommen, doch ganz gewiss nicht der liebenswerte, zurückhaltende Mann, der schließlich des Mordes überführt wurde. Nicht nur seine Ehefrau, sondern auch seine Schwester waren als kleine Mädchen sexuell missbraucht worden und dieser Zusammenhang führte die ermittelnden Beamten auf die richtige Spur.
Was im Film nur Fiktion war, ist im Leben oft bittere Realität. Jeder von uns kennt vermutlich Menschen, die nach außen hin ein ganz normales Leben führen, im Inneren aber zerrissen sind. Vielleicht gehören wir ja sogar selbst dazu?
Das Fatale an Traumata ist, dass sie häufig unerkannt bleiben. Denn es müssen nicht zwingend drastische Erlebnisse wie Missbrauch oder Gewalt sein, die zu einer Traumatisierung führen. Auch Zurückweisung, fehlende Anerkennung oder Aufmerksamkeit u.ä. können die Ursache dafür sein. Dabei spielt es keine Rolle, welche Wertigkeit das Geschehene aus rationaler Sicht hat. Entscheidend ist allein das subjektive Empfinden zum Zeitpunkt der Traumatisierung.
Verdrängte oder gar abgespaltene Erlebnisse und Gefühle führen fortan zwar ein Dasein im Verborgenen, beeinflussen unser Denken, Fühlen und Handeln aber dennoch massiv – und das oft ein Leben lang!
Wenn bei mir ein Trauma „am Werke“ ist, merke ich das meist daran, dass ich mich wie ferngesteuert fühle und völlig irrational (re)agiere. Am deutlichsten wird das beim Betreten einer Zahnarztpraxis, wo ich stets das Gefühl habe, als würde ich mit der Versicherungskarte meinen Verstand gleich mit am Tresen abgeben. Aber auch in anderen Situationen habe ich mitunter das Gefühl, dass nicht ich, sondern etwas in mir der eigentliche Akteur ist.
Dass mich meine Wahrnehmung nicht getäuscht hat, darüber hat mich der Artikel „Moderne Traumatherapie“ informiert, der auf Seite 12 beginnt. Anschaulich und eindrucksvoll werden hier neueste Erkenntnisse aus der Hirnforschung und Zusammenhänge aufgezeigt, die den Begriff „gesunder Menschenverstand“ zu einer inhaltslosen Floskel verblassen lassen.
Ganz und gar nicht inhaltslos sind hingegen die weiteren Beiträge, die in dieser Ausgabe auf Sie warten. So unterschiedlich die Themen auch sind, mit denen sie sich jeweils befassen, so haben sie doch eines gemeinsam: Sie rufen uns zur inneren Einkehr auf und dazu, unnötigen „Ballast“ abzuwerfen, unsere Wertvorstellungen zu hinterfragen und in uns „aufzuräumen“. Denn nur dadurch können wir wirklich stark werden und etwas im Innen wie im Außen bewirken.

Herzlichst
Ihre Anke Schmitz

 

Anke Schmitz

 

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